Arthur Conan Doyle - Heute dreimal ins Polarmeer gefallen

Arthur Conan Doyle – Heute dreimal ins Polarmeer gefallen

Bevor Arthur Conan Doyle als Autor der Sherlock Holmes Geschichten berühmt wurde, reiste er als junger Medizinstudent mit einem Walfänger in Richtung Arktis. Diese Reise sollte ihn prägen und großen Einfluss auf seine weitere Karriere nehmen. Seine Erfahrungen hielt er in Heute dreimal ins Polarmeer gefallen fest.

Eine abenteuerliche Reise auf einem Walfänger

1880 studierte Arthur Conan Doyle mit überschaubarem Erfolg Medizin in Edinburgh. Da es ihm dabei sowohl an Talent als auch an Geld mangelte, zögerte er nicht lange, als ihm eine lukrative Stelle als Schiffsarzt auf einem Walfänger angeboten wurde. Er heuerte auf der MS Hope an und dokumentierte die sechs Monate dauernde Reise in seinem Tagebuch.

Seine Aufzeichnungen beginnen dabei mit dem Auslaufen am 8. Februar 1880 und enden mit dem Einlaufen am 11. August 1880. Da seine Fähigkeiten als Schiffsarzt nicht all zu oft gefragt waren, war es ihm möglich, über seine eigentliche Tätigkeit hinaus am Walfang teilzunehmen. Er berichtet über die unterschiedlichen Charaktere und ihre Beziehungen zueinander, über intellektuelle Gespräche im Maschinenraum, über regelmäßige Boxkämpfe mit dem Steward oder auch von seinen ersten unglücklichen Versuchen auf dem Eis, die schließlich zum Titel dieses Buches führten. Den Respekt der Besatzung erlangte er dabei, indem er sich freiwillig an der blutigen Jagd auf Robben und Wale beteiligte. Seine Tagebucheinträge sind dabei nichts für Zartbesaitete, schonungslos beschreibt er den für heutigen Leser grausam anmutenden Ablauf der Jagd und prahlt mit den Toten. Dabei waren junge Robben wegen ihres Fells sehr begehrt und wurden bevorzugt gejagt. Zugute halten muss man ihm, dass er nicht wie etwa Melville in Moby Dick den Walfang in all seinen Aspekten ausbreitet, sondern nur seine eigenen Erfahrungen teilt.

Die Grundlage für Doyles spätere Karriere

Diese Reise sollte sich als prägend für seine gesamte zukünftige Karriere erweisen. So wusste er diese Erfahrungen gewinnbringend einzusetzen, sei es in dem er Vorträge über die Arktis hielt und sich trotz seines jungen Alters Respekt und Anerkennung verschaffte oder indem er seine erste Arztpraxis mit Souvenirs aus der Arktis ausstattete. Natürlich verarbeitete er diese Seefahrt auch in seinen Geschichten, etwa in seiner ersten erfolgreichen Geschichte Der Kapitän der Pole Star, oder in der Sherlock Holmes Geschichte Der schwarze Peter, die beide in diesem Buch mit abgedruckt sind.

Ein wunderschöner Klassiker aus dem Mare Verlag

Die Ausgabe des mare Verlags überzeugt einmal mehr durch eine herausragende Verarbeitung und Qualität. Das Buch ist in roten Leinen gebunden, das aufwändige und vielfarbige Prägungen aufweist. Das Papier hat ebenso wie der Schuber eine hohe Qualität und eine Fadenheftung gehört genauso zur Grundausstattung wie ein Leseband. Das Vor- und Nachsatzpapier zeigen einerseits eine Seekarte mit der Route der Hope und andererseits eine Zeichnung der Hope selbst. Darüber hinaus sind über sechzig gut lesbare Seiten aus dem Faksimile enthalten.

Der Anhang des Bandes ist sehr umfangreich und enthält neben dem Tagebuch selbst kürzere Essays der Herausgeber Jon Lellenberg und Daniel Stashower, sowie zusätzliche Essays Doyles und zwei weitere Erzählungen, die direkten Bezug zur Arktis haben. Abgerundet wird das ganze von einem Nachwort des bekannten Übersetzers Alexander Pechmann. Störend sind allein die Anmerkungen, die direkt im Text platziert wurden und den Lesefluss beeinträchtigen.

Fazit

Heute dreimal ins Polarmeer gefallen ist ein gelungener und unterhaltsamer Reisebericht, der die Qualitäten Doyles bereits andeutet und zudem einen umfangreichen Anhang bietet. Freunde der Reiseliteratur werden ihre Freude an diesem Schmuckstück haben.


Autor: Arthur Conan Doyle

Titel: Heute dreimal ins Polarmeer gefallen

Seiten: 335

Erscheinungsdatum: 1880

ISBN: 9783866482098

Verlag: Mare Verlag

Übersetzer: Alexander Pechmann

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