Ein Buch mit dem Titel „St. Ives“ von Robert Louis Stevenson, mit blauem Einband und rotem Rücken, steht aufrecht auf einer Holzfläche.

St. Ives

von Robert Louis Stevenson


26.02.2021

  • Klassiker

St. Ives ist das letzte Werk von Robert Louis Stevenson. Lohnt sich die Lektüre?

Wilde Verfolgungsjagd

1813 wird der Franzose Saint Yves als Spion festgenommen und als Kriegsgefangener in ein Gefängnis in Edinburgh gesteckt. Eines Tages taucht der Rechtsanwalt seines vermögenden Großonkels auf. Er eröffnet ihm, dass ihn eine beträchtliche Erbschaft erwartet, sollte er persönlich bei seinem Onkel vorstellig werden. Die Flucht gelingt, doch kurz darauf muss er vor einem Cousin fliehen, der sich um sein Erbe betrogen sieht. Eine wilde Verfolgungsjagd quer durch Europa bis hin nach Amerika beginnt.

Lupenreiner Abenteuerroman

St. Ives ist ein lupenreiner Abenteuerroman und führt uns mit einem hohen Tempo durch unzählige Szenarien. Es geht quasi durch die halbe Welt. Dort erwarten uns allerlei schillernde und schräge Figuren. Zur Fortbewegung nutzen wir jedes erdenkliche Mittel, ob nun die Füße, eine Droschke, ein Schiff oder gar einen Heißluftballon.

Zahlreiche Szenen bleiben dem Leser aufgrund ihrer Mischung aus Komik, Ironie und Spannung lange in Erinnerung. Sei es nun der Aufenthalt in einem Hühnerstall oder die Ballonfahrt mit dem Aeronauten Byfield. Die Dialoge sind überaus gelungen, man denke nur an die Wortgefechte zwischen Ives und Rowley.

Sympathische Charaktere

Ferner weiß das Figurenensemble zu überzeugen. Allen voran Ives, der uns als Ich-Erzähler durch die Handlung leitet und mit seinem Witz unsere Herzen erobert. Auch sonst finden sich erinnerungswürdige Figuren wie die Vermieterin McRaphine, der Six-Feet-High-Club oder der Kammerdiener Rowley. Einzig die Liebesbeziehung zu Fiona bleibt blass, steht aber ohnehin nicht im Vordergrund.

Stevensons Gespür für Sprache

Einmal mehr beweist Stevenson, was für ein hervorragender Schriftsteller er ist. Die Pointen sitzen, die Dialoge und Monologe sorgen ununterbrochen für Lacher, und sein Gespür für Rhythmus und Tempo ist beneidenswert. Er konnte den Roman nicht selbst beenden. Nach seinem Tod übernahm der junge Schriftsteller Arthur Thomas Quiller Couch die letzten sechs Kapitel und vollendete die Geschichte.

Hochwertige Dünndruckausgabe

Die Ausgabe aus dem Hanser Verlag ist gelungen. Sie umfasst einen Leineneinband, die Fadenheftung, ein Leseband und Dünndruckpapier. Im umfangreichen Anhang erwarten uns ein kleiner Essay von Fanny Stevenson und ein gelungener Anmerkungsapparat. Der Übersetzer Andreas Nohl steuerte zudem ein weiteres Nachwort bei.

Pro/Contra

Pro
  • Packende Abenteuergeschichte
  • Sympathische Protagonisten
  • Stevensons Gespür für Sprache
  • Umfangreicher Anhang
Contra
  • Schwache Liebesgeschichte

Fazit


St. Ives von Robert Louis Stevenson ist ein lupenreiner Abenteuerroman, der von der ersten bis zur letzten Seite Spaß macht.

autor: Robert Louis Stevenson

Titel: St. Ives

Seiten: 520

Erscheinungsdatum: 1880

Verlag: Hanser Verlag

ISBN: 9783446236479

Übersetzer: Andreas Nohl

illustratoren: –

Reihe: Hanser Klassiker

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