Auf einer Holzoberfläche liegt ein Buch mit dem Titel „The Electric State“ von Simon Stålenhag. Der Buchrücken ist rosa. Auf dem Cover ist ein beschädigter Roboter abgebildet, daneben steht eine Person.

The Electric State

von Simon Stalenhag


19.03.2021

  • Phantastik
  • ·
  • Science-Fiction

The Electric State von Simon Stalenhag versucht den schwierigen Balanceakt zwischen Dystopie und Unterhaltswerk. Kann diese Mischung aus Text und Bild überzeugen?

Die Menschheit am Abgrund

Die Geschichte spielt in einer Parallelwelt, in der bereits in den 70ern Drohnen in der Kriegsführung eingesetzt wurden. Mehrere Kriege führten zu großen Schäden. Der technologische Fortschritt kam zum Erliegen, der Lebensraum wurde knapp. In der Folge flüchten immer mehr Menschen mithilfe von Virtual-Reality-Brillen in die digitale Welt.

Die junge Michele macht sich mit dem Roboter Skip auf die Reise durch das postapokalyptische Amerika, um ihren Bruder zu finden. Aufgrund eines Gendefekts gehört sie zu den wenigen Menschen, die die Helmtechnologie nicht nutzen können. Ungefiltert muss sich den schleichenden Zusammenbruch der Nation beobachten.

Großartige Bilder

Im Mittelpunkt dieser interessanten Mischung aus Texten und Bildern stehen ganz klar Stalenhags großflächige Motive. Oft verbindet er postapokalyptische Landschafts- und Stadtbilder mit futuristisch anmutenden Robotern. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man das Handwerk, so manches Bild erscheint wie ein Foto. Die Motive sind sehr vielfältig. Manchmal geht es um alltägliches, dann wiederum stehen futuristische Elemente im Vordergrund. Der Text ist relativ kurz.

Insgesamt handelt es sich um kaum mehr als eine Kurzgeschichte. Die Texte dienen ohnehin nur dazu, unsere Fantasie noch weiter anzuregen. Weite Teile des klassischen Roadtrips werden aus der Perspektive von Michele erzählt, nur selten befinden wir uns außerhalb ihrer Gedankenwelt. Schrittweise erhalten wir Informationen zu ihren Gefühlen und Motiven und zur Geschichte der Welt – ein weiterer Grund, um dranzubleiben. Erschreckenderweise erscheint das Szenario gar nicht so abwegig.

Schöne Aufmachung

Die Ausgabe des Fischer Tor Verlags ist dem Preis entsprechend angemessen. Das Buch ist in rosa Halbleinen gebunden, das Papier stabil und die Qualität der Bilder insgesamt hervorragend. Das eine oder andere Bild ist allerdings etwas zu dunkel. Die Übersetzung fertigte Stefan Pluschkat an.

Pro/Contra

Pro
  • Düsteres und gar nicht so abwegiges Szenario
  • Großartige Bilder
  • Auch die Hintergrundgeschichte kann überzeugen
Contra

Fazit


The Electric State von Simon Stalenhag kann vor allem visuell überzeugen. Die hyperrealistischen Bilder fesseln und die Handlung funktioniert. Ein gelungenes Kunstwerk.

autor: Simon Stalenhag

Titel: The Electric State

Seiten: 144

Erscheinungsdatum: 2017

Verlag: Fischer TOR

ISBN: 9783596703791

Übersetzer: Stefan Pluschkat

illustrator: Simon Stalenhag

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