Ein Buch mit japanischer Schrift auf einem Holzboden.

Lone Wolf & Cub Master Edition 03

von Kazuo Koike & Gōseki Kojima


23.03.2024

  • Abenteuer
  • ·
  • Fantasy

Im dritten Band der Master Edition des Manga Lone Wolf & Cub (Kozure Okami) von Kazuo Koike (Autor) und Goseki Kojima (Zeichner) folgen wir weiterhin unserem stoischen Vater-Sohn-Gespann auf ihrem unerbittlichen Rachefeldzug. Doch kann das auf Dauer gutgehen?

Ein gnadenloses Leben

Der Samurai Ogami Itto zählte einst zu den bedeutendsten Männern des feudalen Japans. Als offizieller Henker des Shoguns wurde er im ganzen Land gleichermaßen geachtet wie gefürchtet.

Dieses Leben fand ein jähes Ende, als er einer Intrige des Yagyu-Clans zum Opfer fiel. Und bis auf seinen Sohn Daigoro alles verlor. Fortan kennt er nur noch den Gedanken der Rache und zieht als abtrünniger Ronin durch das alte Japan und verbreitet als Auftragsmörder Furcht und Schrecken …

Zeitgemäß und Zeitlos

Nachdem mich bereits die ersten beiden Bände der Master Edition in den Bann gezogen hatten, war es nur eine Frage der Zeit, bis ich mich wieder ins feudale Japan der Edo-Zeit stürzen sollte. Die Reihe erschien im Original zwischen 1970 und 1976. Doch sowohl Zeichnungen als auch Handlung können mit modernen Produktionen Schritt halten.

Mittlerweile befinden wir uns im dritten von zwölf Bänden (ursprünglich 29 Taschenbücher). Doch wie gelingt es Koike und Kojima, das hohe Niveau der Auftaktbände zu halten?

Bewährtes …

Ein aufgeschlagenes Comicbuch auf einem Holztisch.

Und auch im dritten Band weichen wir nicht völlig davon ab. Wieder gibt es zahlreiche Auftragsmörder-Geschichten, in denen Ogami Itto immer dann gerufen wird, wenn ein Konflikt auf herkömmliche Weise nicht mehr gelöst werden kann. Und auch hier „rettet“ uns das historische Ambiente: Wir befinden uns im Japan zur Edo-Zeit (1603–1868) und lernen mit jeder Geschichte neue Aspekte dieser Zeit kennen. Ohne gleich das Gefühl zu bekommen, zum Geschichtsunterricht gezwungen zu werden. Gibt es einen Begriff, der der Erläuterung bedarf, so verschafft ein Blick in den Anhang Abhilfe.

… und Neues

Glücklicherweise bleibt Koike nicht bei diesem Erzählmuster, sondern fügt dem Lone-Wolf-&-Cub-Kosmos Neues hinzu. So haben einige Geschichten nun handfeste Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Handlung. Man denke etwa an den Büchsenmacher und eine folgenschwere Erfindung. Auch nimmt der Yagyu-Clan allmählich eine größere Rolle ein und schaltet sich – wenngleich noch aus dem Untergrund heraus – immer stärker ins Geschehen ein. Dadurch bekommen wir als Leser endlich ein Zeitgefühl und scheinen nicht mehr wahllos hin und herzuspringen.

Hinzu kommt, dass Daigaro in diesem Band Solo-Abenteuer spendiert bekommt und sich allein durchschlagen muss. Etwa wenn sein Vater verletzt ist oder ihn für einen Auftrag wochenlang zurücklässt. Diese Geschichten tun dem Kosmos merklich gut, muss sich der kleine Junge doch anderer Mittel bedienen und kann sich bei der Lösung von Problemen nicht auf seine Kraft verlassen.

Daigaro rückt in den Vordergrund

Die Charaktere nehmen unterschiedliche Entwicklungen. Ogami Itto bleibt im Grunde stehen. Er ist als abtrünniger Ronin ohnehin faszinierend genug, um eine ganze Geschichte zu tragen und benötigt keine größeren Entwicklungsbögen.

Dafür rückt sein Sohn Daigaro in den Mittelpunkt. Stellenweise wirkt er wie die kleinere Version seines Vaters und erträgt die Leiden des Wanderlebens mit stoischer Gelassenheit. Gleichzeitig ist er immer noch ein Kind und lässt diese Seite immer wieder kurz aufblitzen. Nur um dann wieder mit toten Augen durch die Welt zu laufen.

Daneben füllen zahlreiche Nebenfiguren mit interessanten Hintergrundgeschichten die Welt mit Leben. Und wie so oft ist es schade, dass bis auf den Yagyu-Clan keine anderen wiederkehrenden Figuren auftauchen.

Brillante Zeichnungen

Und er ist ein Meister darin, Stimmungen und Emotionen allein durch die Kraft seines Strichs zu vermitteln. Dabei nutzt er die Möglichkeiten der Paneele voll aus, setzt viele Szenen filmisch um und verwendet ungewöhnliche Perspektiven. Faszinierend ist vor allem, dass die Dialoge eigentlich nicht nötig sind: Der Handlung könnte man allein anhand der Bilder folgen.

Was bleibt?

Auch der dritte Band der Master Edition von Lone Wolf & Cub von Kazuo Koike und Goseki Kojima kann vollumfänglich überzeugen. Die Qualität der Zeichnungen ist über alle Zweifel erhaben und die Handlung wird sorgfältig um neue Aspekte ergänzt, ohne die Wurzeln der eigenen Reihe zu vergessen. Wer bereits die Vorgängerbände mochte, kann hier bedenkenlos zugreifen!

Gewaltiges Meisterwerk

Der dritte Band der Master Edition aus dem Panini Verlag in der Übersetzung von John Schmitt-Weigand entspricht den hohen Erwartungen. Der Band überzeugt durch ein ansprechendes Design, farblich aufeinander abgestimmte Komponenten und langlebige Materialien. Positiv fallen die vielen kleinen Details auf, die besonders Fans der Reihe begeistern werden. „Leider“ ist der Band im Ergebnis nicht nur gewaltig, sondern auch sehr schwer. Aber einen solchen Band nimmt man ohnehin nicht mit in den Urlaub oder in die Bahn.

Bibliographie

Mehr Weniger

Pro/Contra

Pro
  • Hochwertige Sammlerausgabe
  • Beinahe schon filmische Paneele
  • Großartige Zeichnungen
Contra
  • /

Fazit


Der dritte Lone Wolf & Cub Band von Kazuo Koike und Goseki Kojima vereint alle Stärken der Vorgänger in sich, ohne die Weiterentwicklung der Reihe außer Acht zu lassen. Lesenswert!

autor: Kazuo Koike & Gōseki Kojima

Titel: Lone Wolf & Cub Master Edition 03

Seiten: 716

Erscheinungsdatum: 1970-1976

Verlag: Panini Verlag

ISBN: 9783741629471

Übersetzer: John Schmitt-Weigand

illustrator: Gōseki Kojima

Reihe: Lone Wolf & Cub (3)

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