Klassikervorschau 1.Halbjahr 2022

Klassikervorschau Frühjahr/Sommer 2022

Während sich das Jahr langsam dem Ende entgegen neigt, veröffentlichen die meisten Verlage in diesen Tagen ihre Vorschauen zum Frühjahrsprogramm 2022. Und Überraschung – trotz Corona und Papierknappheit können wir uns auf einige tolle Bücher freuen.

Wie bereits im letzten Jahr präsentiere ich euch meine persönliche Vorschau für das erste Halbjahr 2022. Im Gegensatz zur vorherigen Vorschau werde ich dabei zwischen Klassikern und phantastischen Werken trennen und beginne diese Woche mit den Klassikern. Da noch nicht alle Verlage ihre Vorschauen veröffentlicht haben, wird dieser Beitrag von mir von Zeit zu Zeit aktualisiert. In den nächsten Tagen werde ich auch einen entsprechenden Verweis in die Sidebar setzen, sodass ihr diesen Beitrag ohne großen Aufwand wieder finden könnt.

Update 30.11.2021: Kampa, Galiani und Mare haben ihr neues Programm nun auch vorgestellt, die entsprechenden Titel findet ihr jetzt in der Vorschau.

(Stand: 30.11.2021)

Januar 2022

William Boyd – Eines Menschen Herz (27.01.2022)

Logan Gonzago Mountstuart, 1906 in Uruguay geboren, ist Schriftsteller, Kunsthändler, Spion. Und vieles mehr. Eine Lebemann. Ein Mann mit vielen Talenten und ebenso vielen Schwächen: Mit Anfang zwanzig erlangt er frühen Ruhm als Shelley-Biograph und heiratet in den englischen Landadel ein, später geht er als Berichterstatter in den Spanischen Bürgerkrieg und wird Leutnant beim Secret Service. Er trifft Berühmtheiten wie Evelyn Waugh und Virginia Woolf, lernt in Paris Ernest Hemingway und Pablo Picasso kennen und kauft für wenig Geld Gemälde unbekannter Künstler: Paul Klee und Juan Gris. Noch später arbeitet er für Bond-Erfinder Ian Fleming und landet in einem Schweizer Gefängnis. Im Laufe seines Lebens hat Mountstuart nahezu überall gelebt. Schließlich, als alter Mann, wird er glücklich – beinahe. Kampa

Februar 2022

Tschingis Aitmatow – Djamila (10.02.2022)

Als sie Danijar singen hört, verändert sich Djamilas Blick auf ihn – und ihr Leben: Im Lied des verschlossenen Kriegsinvaliden offenbaren sich tiefe Sehnsucht, Schmerz und die Liebe zur Welt. Wie durch Zauber erhellt seine Stimme die sommerliche Augustnacht in den Bergen Kirgisiens. Djamila, deren Mann kurz nach der Hochzeit in den Krieg gezogen ist, beginnt, sich rettungslos in ihn zu verlieben. Galiani Berlin

Joseph Roth – Rot und Weiss (14.02.2022)

Von Lyon über Vienne, Les Baux, Nîmes, Avignon und Arles, Tarascon nach Marseille – mit dreißig Jahren geht Joseph Roth den klingenden Namen der Sehnsuchtsorte seiner Jugend nach, sein frühester Traum erfüllt sich und er wird dort, wo er nie war, »wieder ein Kind«. Ausgestattet mit einem Reportageauftrag der »Frankfurter Zeitung« geht Roth 1925 auf eine Reise durch den französischen Midi: »Die weißen Städte« des unteren Rhônetals und der Provence mit Marseille sind sein Ziel. Es sind die Orte, in die er sich als Kind aus dem galizischen Schtetl Brody gewünscht hat. Die Andere Bibliothek

Tania Blixen – Babettes Gastmahl (28.02.2022)

Die Französin Babette hat es ins norwegische Dörfchen Berlevaag verschlagen, wo sie jahrein, jahraus ihren Dienst im Haushalt der Pfarrerstöchter Philippa und Martine tut. Dabei ahnen ihre Herrinnen nicht, welches Talent in ihr schlummert: Menschen mit ihren Kochkünsten glücklich zu machen. Babette war ehemals die gefeierte Meisterköchin eines Gourmettempels, des Pariser «Café Anglais». Doch für Schwelgereien und sublime Genüsse scheint im hohen pietistischen Norden niemand einen Sinn zu haben. Bis Babette eines Tages in der Lotterie gewinnt und die Damen samt Gästeschar zu einem echt französischen Festmahl lädt. Und endlich kann sie zur Überraschung aller beweisen, dass auch Norweger nicht vom Knäckebrot allein leben. Manesse

März 2022

Sarah Orne Jewett – Deephaven (15.03.2022)

Neuengland, 1877: Die Bostoner Freundinnen Helen und Kate verbringen einen Sommer im Küstenstädtchen Deephaven, um das Haus von Kates verstorbener Großtante zu hüten. Neugierig auf den Ort und seine Geschichte tauchen sie ein in die Erzählungen ihrer neuen Nachbarn, trinken Tee mit der Frau des Leuchtturmwärters, treffen einen Fischer, dessen große Liebe einer Katze galt, und Kapitäne, die sich wehmütig an ihre Abenteuer auf hoher See erinnern. Mare

Clarice Lispector – Ich und Jimmy (21.03.2022)

Selten ist ein Werk des zwanzigsten Jahrhunderts so überschwänglich und einhellig gerühmt worden wie das von Clarice Lispector. Im Mittelpunkt dieser faszinierenden Sammlung von über 20 Short Stories stehen weibliche Erfahrungen und Sichtweisen auf die Welt. Luisa, eine junge Frau führt ein Doppelleben als Ehegattin und Stripteasetänzerin. Miss Algrave, ein irisches Mauerblümchen, erlebt in London unverhofft ihr sexuelles Erweckungserlebnis. In einer anderen Geschichte rächen sich zwei Frauen, Carmem und Beatriz, die in wilder Ehe mit einem Macho zusammenleben, auf perfide Art für seine chronische Untreue. Manesse

Anton Cechov – Frühlingsgefühle (23.03.2022)

»Am liebsten erinnern sich die Frauen an die Männer, mit denen sie lachen konnten.« So Anton Čechov, der die Frauen und die Liebe kannte wie kein anderer. Voller Witz und ohne Illusionen verewigt er eines der facettenreichsten Gefühle. Rendezvous, Seufzeralleen und Küssereien sind ebenso vertreten wie leise Sehnsucht, verflogener Zauber, vertagte Geständnisse und gute Partien. Diogenes

April 2022

Isaak Babel – Wandernde Sterne (11.04.2022)

Isaak Babel ist ein hinreißender Erzähler von Weltrang; menschenfreundlich und liebenswürdig, und doch auf unbestechliche Weise der Wahrheit verpflichtet. Er wurde in finstere Zeiten hineingeboren, geprägt von Kriegen, politischen Umstürzen und antisemitischer Verfolgung. Diesen setzte er ein Werk entgegen, das durch seine menschliche Aufrichtigkeit und seinen künstlerischen Rang besticht. Die hier versammelten Dramen, Drehbücher, Reiseberichte, Erzählungen und sein Tagebuch von 1920 beschreiben Isaak Babels Weg vom gefeierten Autor der „Reiterarmee“ bis zu seinem Ende unter Stalins Terror. Eine zeitlos bewegende Lektüre. Hanser

Virginia Woolf- Mrs. Dalloway (26.04.2022)

Es ist ein besonderer Tag im Leben der zweiundfünfzigjährigen Clarissa Dalloway: Die Gattin eines Parlamentsabgeordneten will am Abend eines ihrer berühmten Upper-class-dinners geben. Der Tag vergeht mit freudigen Vorbereitungen, zufälligen Begegnungen mit Jugendfreunden, Konversation, nostalgischen Betrachtungen, Sinneseindrücken beim Flanieren … Ein besonderer Tag soll es – aus ganz anderen Gründen freilich – auch für Septimus Smith werden. Auch ihn beschäftigt die Gegenwärtigkeit des Vergangenen in jedem einzelnen Augenblick. Manesse

Jules Renard – Nicht so laut, bitte! Wenn Sie die Wahrheit sagen, schreien Sie immer so! (28.04.2022)

»Manche Leute sind so langweilig, dass man mit ihnen in fünf Minuten einen ganzen Tag verliert«, notierte Jules Renard in seinem Tagebuch, das als sein literarisches Hauptwerk gilt. 46 Jahre alt ist der Dichter, Schriftsteller und gefürchtete Kritiker der Jahrhundertwende geworden, in seinem kurzen Leben hat er 54 Tagebücher gefüllt: Alltagsbeobachtungen und literarische Miniaturen, Gedankensplitter und Aphorismen, moralische Reflexionen und Naturbeschreibungen, die scheinbar unverbunden nebeneinanderstehen. Mit spitzer Feder schreibt Renard über seine Zeitgenossen und die künstlerisch-literarischen Pariser Kreise, in denen er sich bewegt. Mal witzig, mal melancholisch – immer scharfsinnig. Kampa

Mai 2022

Joseph Conrad – Lord Jim (16.05.2022)

Jim zieht als Schiffsausrüster umher. Als Erster Offizier auf einem Pilgerschiff beging er einen schrecklichen Fehler, der ihn Ruf und Laufbahn kostete. Nach langen Reisen erreicht er die entlegene Insel Patusan im Indischen Ozean und erwirbt sich das Vertrauen der Einheimischen, die ihn als Friedensstifter hoch verehren. Aus Jim wird Lord Jim. Doch dann tauchen Piraten auf, und sie scheinen zu wissen, wer er wirklich ist. Joseph Conrads berühmtester Roman hat viele Facetten: eine psychologische Charakterstudie über einen, der vom Heldentum träumt und doch moralisch versagt; eine mitreißende Abenteuererzählung; und nicht zuletzt eine erschütternde Parabel auf die Zerstörungswut des Kolonialismus. Hanser

Juni 2022

Juli 2022


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Flo
Flo
29/11/2021 22:45

Vielleicht liegt es an meinem Geschmack, aber ich persönlich bin von den Vorschauen fürs Frühjahr bisher noch nicht vom Hocker gerissen – auch abseits der Klassiker.
Hoffentlich kommt da noch was