Buchvorschau 2021

Buchvorschau Herbst/Winter 2021

Der Sommer nähert sich dem Ende und dies möchte ich dazu nutzen, euch meine persönliche Vorschau für die bereits angebrochene zweite Jahreshälfte zu präsentieren.

Bereits nächsten Monat erscheinen zwei höchst interessante Titel. Die göttliche Komödie von Dante Alighieri ist natürlich keine Neuentdeckung, bislang zögerte allerdings ich mit dem Kauf dieses Klassikers. Da kommt mir die Prachtausgabe aus dem Manesse Verlag gerade Recht, schönen Büchern kann ich nie allzu lange widerstehen und wenn die äußere Aufmachung meinen Erwartungen entspricht, werde ich über kurz oder lang zugreifen. Das Alexandria Quartett von Lawrence Durrell ist ein Buch, von dem ich bisher überhaupt nichts gehört habe, aber die Beschreibung hat mein Interesse geweckt. Auch hier macht die äußere Aufmachung die Entscheidung nicht schwer. Bei meinen Recherchen musste ich außerdem feststellen, dass der Kampa Verlag ein recht ansehnliches Klassikerprogramm mit schön gestalteten Büchern aufgelegt hat, das einer näheren Betrachtung wert ist.

Im Oktober erscheinen mit Im Saal von Alastalo und Memoiren eines Irren zwei Pflichtkäufe, einfach weil diese beiden Verlage sich bei mir einen enormen Vertrauensvorschuss aufgebaut haben und ich der Auswahl blind vertraue.

Den Jahresabschluss bilden Iwan Schmeljows Der Mensch aus dem Restaurant und Andrej Platonows Der makedonische Offizier. Der Mensch aus dem Restaurant weckt allein schon inhaltlich mein Interesse und bislang hat mich noch kein russischer Schriftsteller wirklich enttäuscht. Andrej Platonow habe ich Ende letzten Jahres für mich entdeckt und seine Texte haben mich bis heute nicht mehr losgelassen, daher sind alle Veröffentlichungen seiner Texte Pflichtkäufe.

Das neue Jahr beginnt mit Grenzwelten der großartigen Ursula K. Le Guin. In den letzten Jahren habe ich ihre Bücher ein wenig vernachlässigt, ein großer Fehler. Bislang zögere ich mit einem Kauf aufgrund des Paperbacks Format, ich werde hier wohl oder übel auf das Ebook zurückgreifen müssen.

September 2021

Dante Alighieri - Die göttliche Komödie

Dante Alighieri – Die göttliche Komödie 13.09.2021

Verlagsbeschreibung: Ein Buch, das man gelesen und gesehen haben muss: Die großformatige Manesse-Jubiläumsausgabe schmücken achtzehn Meisterwerke der Kunstgeschichte – achtzehn prachtvolle Zeugnisse kongenialer schöpferischer Auseinandersetzung mit Dante Alighieris gewaltigem Ideen- und Bilderkosmos. Zu den Künstlern, die sich von der «Göttlichen Komödie» inspirieren ließen und deren grandiose Textillustrationen in diesem Band zu entdecken sind, zählen Sandro Botticelli, Bartolomeo Fruosino, Giovanni di Paolo, William Blake, Eugène Delacroix, Anselm Feuerbach, Auguste Rodin, Amos Nattini oder Salvador Dalí.

Die «Divina Commedia» ist der Klassiker der italienischen Literatur schlechthin und zugleich ihr grandioser Auftakt. Die reich kommentierte Übersetzung von Ida und Walther von Wartburg wird von vielen begeisterten Lesern als Referenzausgabe dieses epochalen Wurfs geschätzt. Dank einer klaren, getreuen Textwiedergabe im Deutschen samt erhellenden Erläuterungen erschließen sich Dantes Werk und Welt hier in ihrer ganzen Fülle. Diese prachtvolle Jubiläumsausgabe lässt nicht nur die Harmonie und Geschlossenheit des Aufbaus und die dramatische Vielfalt der evozierten Schicksale nachempfinden, sondern auch die Kraft und Schönheit des dichterischen Ausdrucks und Gefühls, Adel und Tiefe der Gedanken. Manesse

Lawrence Durrell – Das Alexandria-Quartett 23.09.2021

Verlagsbeschreibung: Nachts, wenn der Wind um die abgelegene griechische Insel tost, tastet sich der Schriftsteller Darley Glied um Glied an der Kette der Erinnerung zurück nach Alexandria. Erst jetzt, Jahre nach den Ereignissen, meint er alles zu verstehen, die schicksalhaften Begegnungen in der schillernden ägyptischen Hafenstadt, mit der Tänzerin Melissa, dem britischen Diplomaten Mountolive, der Malerin Clea, dem jüdischen Arzt Balthazar, der seine Homosexualität hemmungslos auslebt und vielen anderen, besonders aber seine tragische Affäre mit der rätselhaften, wunderschönen Jüdin Justine, der notorisch untreuen Ehefrau des wohlhabenden koptischen Bankiers Nessim. Doch was geschah wirklich, damals in den 1930er Jahren in Alexandria, diesem Schmelztiegel der Religionen, Sprachen und Kulturen, der »großen Kelter der Liebe«? Drei weitere Figuren werden von ihren Verstrickungen in diese Geschichte erzählen, für jede von ihnen bedeutet sie etwas anderes. Gemeinsam bilden diese vier Romane einen einzigartigen Liebesreigen, ein Geflecht aus Kriminal- und Spionagegeschichten, das Porträt einer Stadt – eine so kunstvolle wie spannende Tetralogie um Täuschungen und Leidenschaften, die Literaturgeschichte geschrieben hat, in einer Prosa, deren Sog man sich nicht entziehen kann. Eine schriftstellerische Meisterleistung, sinnlich, üppig, einzigartig. Kampa

Oktober 2021

Volter Kilpi - Im Saal von Alastalo
Gustave Flaubert - Memoiren eines Irren

Volter Kilpi – Im Saal von Alastalo 12.10.2021

Verlagsbeschreibung: Ein Raum, eine Bark. Sechs Stunden. Tausend Seiten.

Als Proust Auf der Suche nach der verlorenen Zeit und Joyce Ulysses schrieb, entstand auch in Finnland ein epochales Werk: In Volter Kilpis Prosa-Epos lädt der Gutsherr Alastalo die wichtigsten Männer der Schärengemeinde ein, um sie vom gemeinsamen Bau einer Dreimastbark zu überzeugen. Während mit Hingabe Pfeife geraucht und Grog getrunken wird, umkreisen die unterschiedlichen Lager einander listig in dem Versuch, die eigenen Interessen durchzusetzen.
Kilpis über tausendseitiges Opus magnum spielt an einem einzigen Nachmittag und ist eine großartige Charakterstudie der Menschen, die den Kosmos der finnischen Schären im 19. Jahrhundert bevölkerten. Vor allem aber ist der Roman ein überwältigendes Sprachkunstwerk, das einen unvergleichlichen Sog entwickelt und durch Stefan Mosters Übersetzungsgroßtat endlich der deutschen Leserschaft zugänglich wird. Mare

Gustave Flaubert – Memoiren eines Irren 25.10.2021

Verlagsbeschreibung: Ein junger Bursche beobachtet unter den Sommergästen in Trouville eine Frau, die ihn fasziniert. Als er ihren Bademantel vor der Flut rettet und zurückbringt, verliebt er sich auf der Stelle. Maria jedoch ist zehn Jahre älter als er, hat einen Mann und eine kleine Tochter. Mit ungeheurer Leidenschaft erzählt der junge Flaubert in seinem ersten Roman die eigene Geschichte, die ihn für ein Leben geprägt hat. In der Neuübersetzung von Elisabeth Edl, mit Jugendbriefen und einem Kommentar, der den biografischen Hintergrund farbig sichtbar macht, sind die „Memoiren eines Irren“ das Selbstporträt eines Künstlers als junger Mann, der zu seinem 200. Geburtstag als einer der Größten gefeiert wird. Hanser

Dezember 2021

Iwan Schmeljow - Der Mensch aus dem Restaurant
Andrej Platonow - Der makedonische Offizier

Iwan Schmeljow – Der Mensch aus dem Restaurant 06.12.2021

Verlagsbeschreibung: »Ich bin nicht irgendwer, sondern Kellner in einem erstklassigen Restaurant!« – Der Lakai Skorochodow weiß um seinen Wert: In langen Arbeitsschichten serviert er den vornehmen Damen und begüterten Herren allerfeinste Speisen: Ob Kapaun à la Richelieu, Chaud-froid von Wild mit Trüffeln, Kaviar oder französische Birnen – die Moskauer Hautevolee schätzt die mondäne Speisekarte. Skorochodow und seine Kollegen, Meister ihres Faches und die aufmerksamsten Diener des Gastgewerbes, verrichten ihren Dienst tadellos. Sie kennen die Wünsche der Restaurantgäste, ihre Arbeit verrichten sie in größter Diskretion – sosehr auch bisweilen die Wünsche vor allem der reichen Männer gegen jede gute Sitte verstoßen.

Ein Kellner ist ein Mensch, der nicht Aufhebens macht um seine Person, der nie spricht, wenn er nicht gefragt wird, und der den hohen Herren und Damen nicht zur Last fällt – den Geboten seines Berufs, dem Befehl, »der Geräuschlosigkeit halber Gummisohlen zu tragen «, folgt der fromme Skorochodow klaglos, das gebietet ihm nicht zuletzt der Glaube daran, dass ein jeder seinen Platz hat. Wenn er keinen schlechten Eindruck macht, bedenken ihn die Herrentische mit großzügigem Trinkgeld, mit dem er Sohn und Tochter auf die höheren Schulen schicken kann.

Als Skorochodow jedoch eines Tages von seinem Untermieter wegen einer Nichtigkeit bei der Polizei verleumdet wird, beginnt eine Verkettung der kleinen und großen Unglücke: Aufrührerischer Gesinnung verdächtig, wird sein Sohn erst der Schule verwiesen und schließlich eingekerkert – Skorochodow, der sich bisher in sein Schicksal fügte, beginnt einen Sinn für Ungerechtigkeit und Missstände zu entwickeln.

Geschult an Puschkin, Gogol und Dostojewski, hat Iwan Schmeljow nach der gescheiterten Revolution von 1905 das Urbild des anständigen Dieners entworfen, den Kellner von der traurigen Gestalt, den elenden Arbeiter, dessen Sittlichkeitsgefühl und Güte ihn über seine Herren erhebt. Von Maxim Gorki in höchsten Tönen gelobt, wurde Schmeljow mit Der Mensch aus dem Restaurant für die Kellner und Gasthoflakaien Russlands, aber auch für die entrechteten prekären Klassen zu einem von ihnen. Vor dem Furor der Bolschewiki floh Schmeljow 1920 nach Paris – für seine ergreifend- schöne Prosa, für seinen menschlich-zugewandten Blick war in der Sowjetära kein Platz. Zu entdecken ist eine rührend-hoffnungsvolle, engagierte Literatur aus einer Zeit, da Sozialkritik im Begriff war, in Revolution umzuschlagen. Die Andere Bibliothek

Andrej Platonow – Der makedonische Offizier 13.12.2021

Verlagsbeschreibung: Wie viele Platonow-Helden hat auch Firs, der makedonische Offizier, nicht aufgehört, über das Leben zu staunen. Er ist ein Suchender, der die Schrecken der Existenz am eigenen Leibe erfährt und seine untergründige Traurigkeit nicht los wird. Im geheimen Auftrag Alexanders des Großen lebt er seit einigen Jahren in einem fernen asiatischen Reich. Es erstreckt sich in einem gewaltigen blauen Tal, eingeschlossen von einem »Himmelsgebirge«, dessen Wände »undurchdringlich sind für den Wind und für die Freiheit«.  Statt das Bewässerungsprojekt für den dortigen Despoten durchzuführen, bereitet er einen Aufstand gegen ihn vor.

»Nicht zur Veröffentlichung bestimmt«, heißt es in einer Akte des sowjetischen Geheimdiensts über Andrej Platonow und sein Romanprojekt »Der makedonische Offizier«. Zwischen 1932 und 1936 entstanden, blieb es Fragment und wurde erst Mitte der neunziger Jahre in Russland veröffentlicht. Der dichte Text enthält nicht nur die schärfste Kritik an Stalin, die Platonow jemals formulierte, sondern auch seine Vorahnung einer von Menschen verursachten globalen Katastrophe. Suhrkamp

Januar 2022

Ursula K. Le Guin - Grenzwelten

Ursula K. Le Guin – Grenzwelten 26.01.2022

Verlagsbeschreibung: Zwei große SF-Romane von Ursula K. Le Guin in vollständiger Neuübersetzung.
Ursula K. Le Guins visionäre Hainish-Romane, die davon erzählen, wie die Menschheit ferne Planeten besiedelt, haben die Landkarte der modernen Science Fiction neu entworfen. In „Das Wort für Welt ist Wald“ versklaven Kolonisten einen ganzen Planeten, um sich seiner Ressourcen zu bemächtigen – doch die Waldbewohner wissen sich zu wehren. „Die Überlieferung“ ist die erschütternde Geschichte einer Gesellschaft, die ihr kulturelles Erbe unterdrückt hat.
Die Neuübersetzung von Karen Nölle zeigt erstmals Le Guins ganze sprachliche Meisterschaft. Fischer TOR


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Aleshanee
Aleshanee
31/08/2021 09:59

Hey 🙂

Ich bin grade bei Franks Beitrag (Der Büchernarr) über deinen Blog gestolpert und hab direkt mal vorbeigeschaut ^^
Ob wir lesekompatibel sind weiß ich nicht so recht *lach* Das sieht bei dir schon nach sehr anspruchsvoller Lektüre aus, der ich eher aus dem Weg gehe … aber Ursula Le Guin kenne ich. Zumindest dem Namen nach, da ich selber noch nichts von ihr gelesen hab.
Allerdings haben meine Kids die Erdsee Saga von ihr gelesen, die ich schon seit Jahren auch endlich mal starten möchte!
Die Neuerscheinung/Neuauflage von ihr spricht mich auf jeden Fall an!

Und ich hab Herr der Ringe bei dir entdeckt, wovon ich ein riesiger Fan bin <3, ebenso von George Martin, bevorzugt von ihm Das Lied von Eis und Feuer. Seit Monaten hab ich bzw. mein Sohn aber auch ein Heckenritter Buch hier rumfliegen. Ich müsste direkt mal schauen, welches das ist. Ich bin da nämlich von einer Reihe ausgegangen und hab jetzt in deiner Rezension gelesen, dass es eher "lose Novellen" sind. Dann werde ich da wohl doch mal reinschnuppern 🙂

Auch wenn ich, wie gesagt, kein Fan von Klassikern bin, nehm ich dich gerne mal in meine Blogleseliste auf. Ich schau immer mal gerne über meinen Tellerrand und vielleicht inspirierst du mich ja mal, doch einen zu lesen ^^

Liebste Grüße, Aleshanee
Weltenwanderer

Aleshanee
Aleshanee
02/09/2021 07:46
Antwort an  Eugen

Wenn es zeitlich hinhaut nehme ich mir immer gerne Zeit zum kommentieren 🙂 Grade der Austausch ist bei Blogs ja das schöne, zumindest für mich. Und grade auch eben bei Bloggern die mich über den Tellerrand schauen lassen find ich zwar nicht so oft was für mich, aber sie bringen mich dann schon ab und an dazu, was neues auszuprobieren – oder eben was altes in Form von Klassikern 🙂

Ich hab da oft einfach meine Schwierigkeiten mit der Sprache und der etwas umständlichen Formulierung. Ich mag eintauchen können in die Geschichten und das fällt mir bei Klassikern durch den Erzählstil weitgehend schwer. Einige hab ich aber auch schon gelesen und da waren auch welche dabei, die mir gefallen haben.

Die Heckenritter werde ich mir jetzt auf jeden Fall mal notieren, für nächstes Jahr *lach* In diesem komme ich da nicht mehr dazu, da sind meine Leselisten schon zu voll!

Robin Hobb schreibt mega genial! Ich liebe diese Reihe und bin so froh, dass ich sie jetzt endlich lese! Und ich bin auch froh dass ich die Reihenfolge einhalten konnte. Deshalb war ich jetzt auch so „fleissig“, da ja jetzt endlich die Regenwildnis Chroniken komplett auf deutsch erscheinen. Da kommt Band 1 in einigen Tagen raus!
Momentan stecke ich ja im dritten Band der zweiten Weitseher Trilogie – es ist einfach großartig geschrieben und ihre Charakterausarbeitung ist phänomenal!

Aleshanee
Aleshanee
04/09/2021 07:24
Antwort an  Eugen

Ich hab gar nicht mehr so viele Bücher „hier rumstehen“ 😀 Ich hatte meinen SuB mal radikal aussortiert vor 3-4 Jahren und seither geht es mir ganz gut damit. Ich versuche einfach, dass pro Monat nicht mehr neue Bücher einziehen, als ich lese und das klappt eigentlich recht gut.
Was ich neues entdecke kommt meist erstmal auf die Wunschliste und muss warten – wobei es da natürlich Ausnahmen gibt 😀

Ich hab jetzt gestern den dritten Band fertig gelesen (von der zweiten Trilogie) und ich liebe es!!
Ja, Fitz Weg ist schon sehr von Leiden geprägt – aber die Autorin kann so genial und fesselnd erzählen, das fasziniert mich wirklich sehr!
Jedenfalls bin ich jetzt startklar für die Regenwildnis Chroniken! Der zweite Band kommt ja dann auch schon im November. Ich hoffe Band 3 und 4 lassen dann auch nicht mehr lange auf sich warten.