
Klassikervorschau Herbst 2026
16.05.2026
- Magazin
Wie gehabt werfe ich an dieser Stelle einen Blick auf die Klassiker-Neuerscheinungen der kommenden Monate und erspare euch damit das Durchblättern der Verlagskataloge.
Wie immer gilt: Die Auswahl ist höchst subjektiv und nicht einmal ansatzweise vollständig. Insbesondere habe ich die neuen Penguin-Klassiker ab Januar 2027 ausgeklammert – es sind schlichtweg zu viele. Taschenbuchausgaben vergangener Hardcover-Titel habe ich in der Regel auch nicht aufgenommen.
Den Klassiker-Begriff verstehe ich sehr weit: Wer den einen oder anderen Ausreißer findet, darf ihn behalten. Bei Bedarf wird die Liste natürlich aktualisiert, für Hinweise bin ich immer sehr dankbar. Und nun viel Spaß beim Stöbern und Planen!
(Stand: 14.05.2026)
Juli 2026
Evgenij Čirikov – Koljas Heimkehr (02.07.2026)
Der Medizinstudent Kolja wird nach revolutionären Umtrieben von der Universität in Kyijv verwiesen und nach verbüßter Haft in die Aufsicht seiner Eltern in eine kleine Provinzstadt entlassen. Doch die turbulente Zeit in der Großstadt hat ihn verändert und eine Mauer der Entfremdung und des Unverständnisses zwischen ihm und den Bewohnern seiner Heimat errichtet. Das brodelnde Leben in der Metropole weicht einer ländlichen Monotonie, der hochtrabende Jugendeifer dem Wunsch nach der Bequemlichkeit des Beamtendaseins. Während die Mutter überglücklich ist, ihren geliebten Sohn unversehrt zurückzuhaben, bangt der Vater, der es in dem Städtchen zu einigem Ansehen gebracht hat, angesichts der Exzentrizitäten Koljas um seine Stellung und versucht immer wieder, ihn zur Einsicht zu bewegen. Doch kann der junge Mann seine Ideale so einfach aufgeben?
Mit großem psychologischen Feingefühl und leiser Komik vermittelt Evgenij Čirikov die lähmende Enge der Provinz und das tragische Dilemma von Liebe und Ehre. Die mitreißende Erzählung einer verhängnisvollen Heimkehr, die zeigt, wie das Beste zu wollen zum Schlimmsten führen kann. Friedenauer Presse
Upton Sinclair – Am Fließband (09.07.2026)
Als kleiner Junge beobachtet Abner Shutt den Tüftler Henry Ford, der in seiner Garage an einem knatternden Wagen bastelt. Jahrzehnte später ist Ford der erfolgreichste Unternehmer Amerikas und Abner Shutt sein treuester Arbeiter. Mit der Erfindung des Fließbands revolutioniert Ford die Produktion und träumt von einer fairen Gesellschaft. Doch mit der Massenproduktion wandelt sich Henry Ford vom Friedensapostel zum Kriegstreiber, der seine Macht als Wirtschaftsführer der USA in den Dienst seiner eigenen Ideologie stellt.
Upton Sinclair, der große Realist der amerikanischen Literatur , seziert über den Aufstieg Henry Fords das kalte Herz des Kapitalismus. 1937 geschrieben, erzählt der Roman verblüffend aktuell vom Einfluss der großen amerikanischen Vermögen auf die US-Politik. Unionsverlag
Joseph Conrad – Ein Lächeln des Glücks (15.07.2026)
Nach sechzig Tagen entbehrungsreicher Fahrt ankert ein junger Kapitän vor einer fruchtbaren Tropeninsel. Vom Pech verfolgt und in Geschäftsdingen nicht sehr beschlagen, hofft er, sich diesmal eine einträgliche Fracht zu verschaffen. Kaum ist das Schiff vertäut, kommt ein Kaufmann an Bord. Wer ist dieser Jacobus, über den so manches unvorteilhafte Gerücht kursiert? Als der Kapitän in Not gerät, lockt Jacobus ihn in sein Haus, zu seiner betörend schönen Tochter, die lange kein Mensch zu Gesicht bekommen hat. Die Sinne vernebelt, geht der Kapitän bald ein Geschäft ein, das ihm nicht (nur) zum Glück gereicht …
Mit wenigen, meisterhaft eingesetzten Mitteln und in einer so dichten und bildreichen Sprache wie schon in Das Herz der Finsternis hat Joseph Conrad eine bis heute gültige Parabel über große Fragen der Menschheit geschaffen: Was ist Moral, was Erfolg, was Glück? Schöffling Verlag
Grimmelshausen – Der abenteuerliche Simplicissimus (15.07.2026)
Inspiriert vom spanischen Schelmenroman à la »Don Quijote«, zum Bersten gefüllt mit Geschichten, Figuren und Schicksalen, »überauß lustig und männiglich nutzlich zu lesen«, hat Grimmelshausen den ersten deutschen Prosaroman von Weltrang geschaffen. Die Odyssee seines Helden Melchior Sternfels, genannt Simplicius, führt ihn hinaus in die Welt, durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges in zahlreiche Länder und wieder zurück in die Einsiedelei. Es ist ein Buch »von unwillkürlicher Großartigkeit, bunt, wild, roh, amüsant, verliebt und verlumpt, kochend vor Leben, mit Tod und Teufel auf Du und Du« (Thomas Mann). Anaconda Verlag
Nancy Mitford – Liebe unter kaltem Himmel (15.07.2026)
Polly hat es befürchtet: Wie in Indien reden auch unter dem kalten Himmel Englands alle übers Verlieben und Heiraten. Lady Montdore, ihre Mutter, bekommt schon Zustände: Warum in Gottes Namen ist das Kind so störrisch, lässt sämtliche Verehrer abblitzen, sitzt blass und mundfaul am Dinnertisch und tut nichts, als ihren Gedanken nachzuhängen? Da lässt Polly die Bombe platzen: Sie ist mit ihrem angeheirateten Onkel Boy Dougdale verlobt, einem abgehalfterten Don Juan, der zu allem Überfluss schon Lady Montdores eigener Liebhaber war. Weil Polly nicht abzubringen ist von ihrem Plan, kommt es zum Bruch zwischen Mutter und Tochter. Ob der nachrückende Erbe Cedric Hampton eher den Erwartungen entspricht?
Gewitzt nimmt Nancy Mitford die britische Upper Class aufs Korn und deckt die Spleens und Vorurteile ihrer Figuren auf, die unverkennbar an ihre eigene Familie erinnern. Schöffling
Franziska zu Reventlow – Ellen (15.07.2026)
Aufgewachsen in der strengen Abgeschiedenheit eines norddeutschen Adelsguts spürt Ellen eine große Entfremdung. Ein »ungeratenes« Mädchen, das in keine der Schablonen passt, die andere ihr vorsetzen. Sie beschließt, es sich zu rauben, das Leben. In den Ateliers und Cafés von München erfährt sie Tage des Hungers und der emotionalen Isolation. Freiheit, das weiß sie bald, geht mit vielen Strafen einher. Doch gibt es einen anderen Weg für sie als den eigenen?
In Ellen (1903) schuf Franziska zu Reventlow, die selbst mit ihrer aristokratischen Familie brach, ein präzises Zeitdokument eines Frauenlebens zur Kaiserzeit. Schonungslos offen und mit ironischer Eleganz wird es über ein Jahrhundert später noch unmittelbar greifbar. Ein Klassiker der frühen Moderne über die Schwierigkeit, sich selbst treu zu bleiben. Reclam Verlag
Jules Verne – Der Kurier des Zaren (15.07.2026)
Rebellische Tataren bedrohen das Russische Reich. Die Telegrafenleitung zwischen der Hauptstadt und den unendlichen Weiten Sibiriens ist unterbrochen. Um seinen Bruder im fernen Irkutsk vor der drohenden Gefahr zu warnen, entsendet der Zar unverzüglich einen Kurier auf die mehr als 5000 Kilometer lange Reise voller Gefahren und Abenteuer.
Michael Strogoff ist nicht allein unterwegs. Die hübsche Nadja, zwei Reporter aus Frankreich und England sowie der listige Vaterlandsverräter Iwan Ogareff kreuzen seine Wege. Wird er alle Hindernisse überwinden, sein Ziel erreichen und die rettende Botschaft noch rechtzeitig überbringen? Coppenrath
Benvenuto Cellini – Leben des Benvenuto Cellini (30.07.2026)
Goethes Sehnsucht nach der Kunst und Kultur Italiens mündete 1798 schließlich in der Übersetzung der Autobiografie Benvenuto Cellinis des großen Goldschmieds, Bildhauers und typischen uomo universale der Renaissance. Seine große Begabung bescherte ihm schnell reiche Gönner, darunter Adlige und Päpste. Doch wer die Lebensgeschichte eines wohlerzogenen florentinischen Höflings erwartet: weit gefehlt! Cellini, einer der wichtigsten Künstler des Manierismus, war in zahlreiche Händel und Abenteuer verwickelt und wurde nicht nur einmal des Mordes angeklagt, eingekerkert und sogar zum Tode verurteilt doch bisweilen neigte der Autor auch zu künstlerischer Übertreibung.
Gesichert ist jedoch, dass der exzentrische Cellini auf seinen Reisen zahlreichen Persönlichkeiten der Renaissance begegnete, unter anderem Michelangelo und Tizian. Das Buch ist eine einzigartige Reise in eine Zeit, in der die Kunst eine herausragende Stellung einnahm. Und zugleich ist das hochinteressante Zeitdokument auch Autobiografie, Künstlerporträt, Gesellschafts-, Historien- und Abenteuerroman und somit nicht nur für Kunst- und Geschichtsinteressierte zu empfehlen. Petersberg Verlag
August 2026
Hanne Lenz – Die Erzählungen (05.08.2026)
Zum ersten Mal alle Erzählungen von Hanne Lenz in einem Band Kurz nach dem Krieg, 1946, veröffentlichte Hanne Lenz unter dem Pseudonym Cornelia Dehn ihren Erzählungsband »Das Nachtkarussell« im Ulmer Aegis Verlag. Diese 5 Erzählungen sollten die einzigen bleiben, die sie zu ihren Lebzeiten veröffentlichte – zu enttäuscht war sie damals von der äußeren Aufmachung des Buches, nannte es später eine »Jugendsünde«. Fortan widmete sie sich dem Schreiben anderer.
Als Autorin ist sie heute auch nicht bekannt, vielmehr als Briefpartnerin etwa von Paul Celan oder als Romanfigur ihres Mannes Hermann Lenz, als Treutlein Hanni Eine Lektüre der Texte zeigt aber schnell, dass diese Erzählungen weitaus mehr sind als eine bloße »Jugendsünde«. Stilistisch und motivlich in den Kontext der frühen Nachkriegsliteratur einzuordnen, handeln die Texte bilderreich von Verwüstung und Ruinenlandschaften, von Krieg und Tod, vom ausgebluteten Europa, von Einzelgängern, die sich fremd fühlen.
Neben den 5 Erzählungen nimmt dieser Band noch zwei weitere, 1947 geschriebene Erzählungen von Hanne Lenz auf, umfasst also alle von ihr bekannten literarischen Texte. Beiträge von Peter Handke und Anna Katharina Hahn, ein Nachwort von Rainer Moritz, ein Poetry Slam von Svea Paul sowie zahlreiche Abbildungen runden den Band ab. Wallstein Verlag
Earl Derr Biggers – Das Haus ohne Schlüssel (12.08.2026)
Im exotischen Honolulu der 1920er-Jahre wird John Quincy Winterslip mit einem rätselhaften Mordfall konfrontiert: Das Opfer ist sein Onkel – das schwarze Schaf der ehrwürdigen Bostoner Familie. Die Nachforschungen eröffnen John eine Welt voller Geheimnisse, gesellschaftlicher Spannungen und unerwarteter Anziehungskräfte.
Der Spürsinn seiner Tante Minerva und der besonnene, scharfsinnige Detective Charlie Chan mit seiner stillen Beobachtungsgabe und fernöstlichen Weisheit lenken die Ermittlungen schließlich in die richtige Richtung. Ans Tageslicht kommt ein Geflecht aus alten Feindschaften, verborgenen Motiven und familiären Abgründen. Ein atmosphärisch dichter Krimiklassiker, der Hawaii lebendig werden lässt und der erste Fall des legendären Detective Charlie Chan. Anaconda Verlag
Ozamu Dazai – Die sinkende Sonne (12.08.2026)
Japan kurz nach dem Zweiten Weltkrieg: Die wohlerzogene Kazuko kehrt nach unglücklicher Ehe zu ihrer Mutter zurück. Eines Tages steht ihr im Krieg verschollener Bruder Naoji vor der Tür. Die Geschwister aus aristokratischem Hause erleben den raschen Zerfall ihrer Lebenswelt. Kazuko gibt ihre hohe Herkunft gern auf und sucht die Liebe des Schriftstellers Uehara, während der opiumsüchtige Naoji zornig-mutlos um Halt ringt.
Dieser Roman erzählt vom Suchen, Finden und Verzweifeln junger Menschen im Strudel einer neuen Zeit. Sein Autor Osamu Dazai gilt bis heute als eine der wichtigsten Stimmen in der modernen Literatur Japans. Anaconda Verlag
Selma Lagerlöf – Die Saga von Gösta Berling (12.08.2026)
Mit diesem Roman führte die spätere Literaturnobelpreisträgerin die schwedische Literatur in die Moderne: Gösta Berling ist Pfarrer, Trinker, rebellischer Abenteurer, Don Juan und philosophierender Taugenichts. Zusammen mit verarmten Adeligen und ehemaligen Offizieren lebt er auf dem Herrenhof Ekeby in der mittelschwedischen Provinz in einer Art faustischem Pakt. Es sind allesamt Lebenswanderer auf der Suche nach Heimat und Heimkehr.
Paul Berf hat dieses große, märchenhafte Erzählpanorama, das ungewöhnlich reich an virtuos verwobenen Episoden und schillernden Figuren ist, meisterhaft in modernes Deutsch übertragen. Die Andere Bibliothek
Thomas Mann – Doktor Faustus (12.08.2026)
Der Komponist Adrian Leverkühn ist ein brillanter Kopf, aber um ganz neue, unerhörte Werke zu schaffen, braucht es mehr: »wahrhaft beglückende, entrückende, zweifellose und gläubige Inspiration«. Die erhält er durch einen Pakt mit dem Teufel, und der stellt eine Bedingung: Leverkühn darf nicht lieben.
Der Tondichter wird schöpferisch und berühmt, doch er ist ein rettungslos Verdammter. Mit seiner Aneignung des Faust-Stoffes vor dem Hintergrund diabolischen Paktierens mit dem Nationalsozialismus hat Thomas Mann einen zeitlos faszinierenden Künstler- und Epochenroman erschaffen. Anaconda Verlag
Thomas Mann – Herr und Hund (12.08.2026)
»Im Folgenden ist ausschließlich von meinem Hunde Bauschan die Rede«, so Thomas Mann über dieses zauberhafte Buch. Das berühmte Herrchen erzählt hier eingehend und humorvoll von Abkunft und Charakter seines »mit so viel schöner Eigenwürde ausgestatteten Warmblüters«. Und dann geht es mit dem treuen Hühnerhund-Mischling zu den kleinen Abenteuern und Sensationen, die ihm sein Münchner Revier entlang der Isar in reichem Maße bietet. Die Literatur kennt wohl kein innigeres Porträt vom besten Freund des Menschen. Anaconda Verlag
George Orwell – Farm der Tiere (12.08.2026)
Man beraubt sie der Früchte ihrer Arbeit, sperrt sie ein, beutet sie aus. Die Tiere auf dem Gutshof haben genug und proben den Aufstand – für eine bessere Welt, in der alle Tiere gleich und frei sind. Doch bald zeigt sich: Gleich heißt nicht gleich, und Freiheit ist ein kurzer Traum …
George Orwells berühmte Allegorie über den Aufstand der Tiere ist bis heute der vielleicht klarste literarische Weckruf vor dem korrumpierenden Effekt von Macht. Wie schnell sich unsere Visionen von einer besseren Welt in einen totalitären Albtraum verwandeln können, das ist die zeitlose Warnung dieser Fabel. Anaconda Verlag
Władysław Reymont – Das gelobte Land (12.08.2026)
Lodz erlebt seine wirtschaftliche Blütezeit. Drei Freunde, der Pole Karol Borowiecki, der Deutsche Max Baum und der Jude Moritz Welt, wollen die Gunst der Stunde nutzen. Ihre unterschiedlichen Herkünfte und Traditionen trennen die Männer nicht, ganz im Gegenteil, sie vermögen aus ihren Unterschieden Kapital zu schlagen und eröffnen eine Fabrik. Mit einem Mal gehören sie zur Gruppe der »Lodzermenschen«, die als strebsam gelten, erfinderisch und ausdauernd.
Bis sie zu erfolgreich werden und den Neid und die Missgunst der anderen erregen. Schon ist auch in ihrem kleinen Kreis das Misstrauen gesät. Reymont zeigt die Chancen der Industrialisierung und wie ihre Auswüchse Menschen zerstören und noch die erfolgreichsten Player zum Wahnsinn treiben können. Die Andere Bibliothek
Stefan Zweig – Schachnovelle (12.08.2026)
Für den kultivierten Großmeister Dr. B. ist das Schachspiel mehr als eine geistige Beschäftigung: Es wurde ihm einst zum Überlebensmittel, denn in der zermürbenden Einsamkeit seiner Gestapohaft hatte er aus dem strengen Regelwerk des Schachs seine Widerstandskraft gezogen. Nun trifft er auf den Weltmeister Czentovic, einen stumpfen Charakter, der mit mechanischer Präzision vorgeht.
Zwei Spielhaltungen prallen aufeinander und mit ihnen zwei Lebenswelten. Die sprachlich raffinierte ›Schachnovelle‹ ist das eindrucksvolle Vermächtnis des schließlich selbst am Leben verzweifelten Stefan Zweig. Anaconda Verlag
Frances Hodgson Burnett – Der geheime Garten (15.08.2026)
Der Roman von Frances Hodgson Burnett erzählt die Geschichte der verwöhnten und einsamen Mary Lennox. Nach dem Tod ihrer Eltern in Indien wird sie zu ihrem Onkel nach England auf das abgelegene Gut Misselthwaite Manor geschickt. Dort entdeckt Mary einen verschlossenen, verwilderten Garten, der seit Jahren niemandem zugänglich war.
Gemeinsam mit ihrem neuen Freund Dickon und ihrem kränklichen Cousin Colin beginnt sie, den Garten wiederzubeleben. Während die Kinder sich um die Natur kümmern, verändern sie sich auch selbst: Sie werden gesünder, fröhlicher und selbstbewusster. Der Roman zeigt, wie Freundschaft, Natur und Zuwendung Heilung und neues Lebensglück bringen können. Nikol Verlag
Lucy Maud Montgomery – Anne auf Green Gables (15.08.2026)
Was sollen die Cuthberts nur mit der quirligen Anne anstellen? Der lebenslustige Rotschopf stellt ihr sonst so beschauliches Leben ordentlich auf den Kopf. Dank ihres hitzigen Temperaments stolpert Anne von einer Katastrophe in die nächste! Aber zum Glück schafft sie es, auch die unmöglichsten Situationen irgendwie zu meistern. Der Jugendbuch-Klassiker um das liebenswerte Waisenkind Anne, das auf der Farm Green Gables aufwächst, hat schon ganze Generationen begeistert! Nikol Verlag
Lucy Maud Montgomery – Anne in Avonlea (15.08.2026)
»Anne in Avonlea« ist die Fortsetzung von »Anne auf Green Gables« und begleitet Anne Shirley in ihrer Jugendzeit. Anne ist nun 16 Jahre alt und arbeitet als Lehrerin in Avonlea. Sie übernimmt Verantwortung, engagiert sich im Dorfleben und kümmert sich gemeinsam mit Marilla um zwei Waisenkinder. Trotz ihrer gewachsenen Reife bleibt ihre lebhafte Fantasie erhalten, was weiterhin zu humorvollen Situationen führt. Der Roman verbindet humorvolle Episoden mit Themen wie Erwachsenwerden, Verantwortung und Gemeinschaft. Nikol Verlag
Anna Gmeyner – Café du Dôme (19.08.2026)
Paris, 1936: Nadia Schuhmacher ist vor den Nationalsozialisten geflohen und arbeitet als Sekretärin und Übersetzerin in der französischen Hauptstadt. Ihr Leben wird überschattet von der Sorge um ihren Mann Peter, der im KZ Dachau inhaftiert ist. Nadia verliebt sich in den verheirateten Kommunisten Martin, gibt dieser Liebe jedoch zunächst nicht nach. Als ihr Mann überraschend freigelassen wird und nach Frankreich entkommen kann, kommt in der kommunistischen Widerstandsgruppe der Verdacht auf, dass er von der Gestapo als Spitzel gekauft wurde …
Das Originalmanuskript des Buches, das ursprünglich im Querido Verlag erscheinen sollte, ging in den Kriegswirren verloren. Nur die schon 1940 publizierte englische Übersetzung blieb erhalten. Armin Strohmeyr hat den Text nun erstmals ins Deutsche übertragen. Ebersbach & Simon
Ilse Losa – Die Welt in der ich lebte (19.08.2026)
In die Beschreibung einer Kindheit auf dem Land mischt sich die zunehmende Gefährdung jüdischen Lebens im aufkommenden Nationalsozialismus – ein facettenreicher Roman und ein authentisches Zeitdokument Anfang 1934 wird Rose Frankfurter ins Polizeipräsidium am Alexanderplatz in Berlin vorgeladen und wegen eines abgefangenen hitlerkritischen Briefes stundenlang verhört. In fünf Tagen werde man ihr die Entscheidung über ihr weiteres Schicksal mit teilen.
Mit dieser eindrucksvollen Szene endet der autobiografisch grundierte Roman »Die Welt in der ich lebte«. Die junge Ilse Lieblich selbst entscheidet sich zur Flucht. In Portugal schreibt sie 1949 auf Portugiesisch mit »Die Welt in der ich lebte« ihren ersten Roman, auf der Folie ihrer Erinnerungen an das kleine Dorf, an das Aufwachsen bei den Großeltern, an die Schulzeit und die heimische Landschaft und die Menschen dort, aber auch an wachsende Erfahrungen von Ausgrenzung. Ein großes Wagnis, eine gelungene Vermittlung zweier Kulturen und Sprachräume und zugleich der Beginn ihrer Karriere. Wallstein Verlag
Cyril Connolly – Das ruhelose Grab (20.08.2026)
Palinurus war der zuverlässige Steuermann des Aeneas auf dessen Irrfahrt vom zerstörten Troja nach Italien. Eine unglücklich zu Tode gekommene Nebenfigur in Vergils Aeneis. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich kein Geringerer als Cyril Connolly, einer der einflussreichsten englischen Literaturkritiker des 20. Jahrhunderts.
Das ruhelose Grab , entstanden während des Zweiten Weltkriegs, ist ein persönliches Tagebuch und eine Sammlung von Aphorismen sowie Reflexionen über das Älterwerden, das Ende einer langjährigen Beziehung, die Schrecken des Krieges, über Geist und Körper, Leben und Tod, Liebe, Kunst und Schriftstellerei. Kluge Zitate von Meistern der europäischen Literatur wie Horaz, Baudelaire, Sainte-Beuve, Flaubert und Goethe reichern diesen Wörterzyklus an. Mit Lebhaftigkeit, Witz, Ironie, Skepsis und Neugier hat Das ruhelose Grab Generationen von Schriftstellern beeinflusst. Kampa Verlag
Carlo Levi – Christus kam nur bis Eboli (20.08.2026)
Wir sind keine Christen, sagen die Leute, Christus kam nur bis Eboli. In diese Gegend, wo die Straße und die Bahngleise die Küste von Salerno und das Meer hinter sich lassen und in die gottverlassenen Landstriche Lukaniens führen, kommt im Sommer 1935 der Turiner Arzt und Künstler Carlo Levi. Hierher hat Mussolinis Regime ihn wegen seiner antifaschistischen Aktivitäten verbannt. Empathisch begegnet Levi dem entbehrungsreichen Leben der Bauern im Mezzogiorno, er lernt ihren Alltag und ihre Sorgen ebenso kennen wie ihre magischen Bräuche und uralten Traditionen.
Mit dem Auge des Malers erkundet er die karge Schönheit der Landschaft, die steilen weißen Lehmhänge, an denen die Häuser wie in der Luft zu schweben scheinen. In Martin Hallmannseckers Neuübersetzung liest sich diese große literarische Ethnografie des italienischen Südens so frisch, als wäre sie von einer dicken Staubschicht befreit worden. Wagenbach Verlag
Robert Musil – Der Mann ohne Eigenschaften (20.08.2026)
Die gute Nachricht: »Der Mann ohne Eigenschaften« ist nicht länger geworden – dafür steht jetzt alles in einem Band.
Als Robert Musil 1942 im Exil in Genf starb, war er als Autor so gut wie vergessen, und das Buch, dem er sich die letzten Jahre bis zu seinem Tod fast ausschließlich widmete, blieb unvollendet. Erste Ideen und Entwürfe des Romans reichen weit über zwei Jahrzehnte zurück. 1930 veröffentlichte er bei Rowohlt in Berlin das Erste Buch, 1932 den ersten Teil des Zweiten Buchs, dann nichts mehr. Die Machtübernahme der Nazis, Geldsorgen und Krankheiten trugen dazu bei, dass Musil mit der Fortsetzung in Schwierigkeiten geriet. Trotzdem ist das, was zu seinen Lebzeiten erschien und hier in einem Band vorliegt, auf andere Art vollendet. Jung und Jung
Jiří Weil – Moskau – Die Grenze (20.08.2026)
Ri ist aus Prag nach Moskau gekommen, wo ihr Mann Robert als Vertragsingenieur arbeitet, um den Sozialismus aufzubauen. Früher ist sie fast täglich ins Kaffeehaus gegangen, jetzt lebt sie in diesem merkwürdigen, schmutzigen Land, wo die Menschen keinen Kaffee trinken und keine Automobile besitzen, sondern sich rempelnd durch die Menge drücken, um einen Platz in der Straßenbahn erkämpfen.
Zuhause, das steht fest für Ri, würde sie ein europäisches Leben haben. Wofür hatte sie schließlich die ganzen Dinge samt der roten Porzellantassen mitgebracht? Aber nach und nach begreift sie, dass ein Leben außerhalb der Gesellschaft nur schwer möglich ist: Sie beginnt, den politischen Zirkel für Ausländer zu besuchen, fängt als einfache Arbeiterin in der Fabrik an und macht dort schnell Karriere. Wieder geht es um Privilegien, aber auch um Loyalität, etwa gegenüber dem von der Kommunistischen Partei ausgeschlossenen Freund Jan Fischer. Wie wird sie entscheiden?
Der erste Roman des großen tschechischen Autors Jiři Weil entwirft ein facettenreiches Panorama der dreißiger Jahre, wobei sich sein Blick von Prag aus Richtung Osten wendet. »Moskau – die Grenze«, erschienen 1937 in Prag, wurde nach 1945 als zersetzendes Werk aus den Bibliotheken entfernt. Sein Autor wurde wegen seiner Kritik an den stalinistischen Prozessen aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen und distanzierte sich schließlich sogar von seinem Roman. Die Auslieferung einer zweiten Ausgabe 1969 wurde verboten. Die erste deutsche Ausgabe erschien in Berlin 1992. Wagenbach Verlag
Gene Wolfe – Das Buch der neuen Sonne I (24.08.2026)
Severian, Lehrling in der Gilde der Folterer, verfügt über eine Fähigkeit, die Fluch und Segen zugleich ist: Nichts, was er erlebt, kann er je vergessen. Zudem hat er die schlimmste Sünde seines Standes begangen und einer Gefangenen gegenüber Barmherzigkeit gezeigt, worauf er aus seiner Heimatstadt Nessus verstoßen wird.
Severian wandert, nur mit dem legendäre Schwert Terminus Est bewaffnet, durch eine gefahrvolle Landschaft, über der eine langsam erkaltende rote Sonne am Himmel steht. Dabei fällt ihm ein geheimnisvoller Edelstein in die Hände, die mächtige »Klaue des Schlichters«. Ist das bloßer Zufall? Oder ein Wink des Schicksals … Carcosa Verlag
Gene Wolfe – Das Buch der neuen Sonne II (24.08.2026)
Severian hat das Ziel seiner Reise erreicht: die Stadt Thrax hoch oben in den Bergen, wo er als Liktor in die Dienste des Archon tritt. Große Sorgen macht ihm seine Geliebte Dorcas, die es nicht erträgt, an der Seite eines Mannes zu leben, der von allen gehasst wird. Außerdem möchte sie mehr über ihre eigene Vergangenheit herausfinden.
Zu allem Überfluss zeigt sich Severian abermals barmherzig gegenüber einem zu Tode Verurteilten und muss aus der Stadt fliehen. Er begibt sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Sekte der Pelerinen, da er glaubt, dass sie die rechtmäßigen Hüter der »Klaue des Schlichters« sind, jenes Edelsteins, der seinem Träger zwar große Macht verleiht, aber auch eine schleichende Gefahr darstellt … Carcosa Verlag
September 2026
Matsuo Bashôs – Auf schmalen Pfaden durchs Hinterland (01.09.2026)
Matsuo Bashôs Reisetagebuch „Auf schmalen Pfaden durchs Hinterland“ (1689) gehört zu den Meisterwerken der Weltliteratur. Vor dem Hintergrund einer monatelangen Wanderung durch Japan entstand ein Dokument meditativer Selbstaneignung. Mit höchster Aufmerksamkeit für Natur und Leben porträtiert Bashô sich wie ein asketischer Mönch und entwirft eine poetische Bildergalerie feinster Lebensmomente, die dauerhaft in Erinnerung bleiben. Handbibliothek Dieterich
Hanns Fuchs – Eros zwischen euch und uns (01.09.2026)
Der junge Offizier Georg von Brenckendorff ist sich seiner homosexuellen Veranlagung sehr wohl bewusst, lebt sie aber nicht aus. Als er Hans von Wandelsloh kennenlernt, verliebt er sich in ihn, doch als der Freund sich einer Frau zuwendet, verliert er allen Lebensmut. Zu den Höhepunkten des Romans gehören die Beschreibungen einiger schillernder Gestalten, mit denen Georg verkehrt, darunter ein russischer Fürst mit einem Faible für Frauenkleider sowie der deutsche Industrielle Kann, der bevorzugt auf Capri lebt. Wer dabei an Krupp denkt, liegt vermutlich nicht falsch.
Der Schriftsteller Hanns Fuchs (1881 bis ca. 1909) bekannte sich als einer von wenigen schon Anfang des 20. Jahrhunderts öffentlich zu seiner Homosexualität. Als Autor ist er vor allem für seine Publikation „Richard Wagner und die Homosexualität“ aus dem Jahr 1903 in Erinnerung geblieben. Doch Fuchs schrieb auch Romane. In dem 1909 erschienenen Sittenporträt „Eros zwischen euch und uns“ erzählt er die tragische Liebesgeschichte zweier junger Soldaten. Es war die letzte Veröffentlichung vor seinem Verschwinden. Fuchs’ Spur verliert sich in den Zwanzigerjahren bei einem Aufenthalt im Osmanischen Reich. 1930 wird er für tot erklärt, bis heute ist nicht bekannt, was ihm widerfuhr. Männerschwarm Verlag
Milada Součková – Amor und Psyche (01.09.2026)
„Amor und Psyche“ ist ein leises, funkelndes Meisterwerk – ein Psychogramm von seltener Feinheit, eingebettet in die Atmosphäre eines großbürgerlichen Prager Hauses zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In dessen verschlungenen Gängen entfaltet sich das Innenleben der jungen Augustina, einer sensiblen, eigensinnigen Beobachterin, deren Blick zugleich unschuldig und unerwartet tief ist. Aus Briefen, Fotografien und sorgsam gehüteten Erinnerungsstücken setzt sich ein Kosmos aus zarter Sehnsucht zusammen. Das Buch, ein Meisterwerk der tschechischen Moderne und erstmals ins Deutsche übersetzt, ist fein komponiert, emotional präzise und voll leiser Magie. dimidium mundi Verlag
Mary Shelley – Frankenstein (Papillon Noir) (01.09.2026)
Eine unsterbliche Geschichte über die Abgründe grenzenlosen Ehrgeizes, über die Essenz des Menschlichen und die ethischen Grenzen der Wissenschaft – Themen, die noch heute mit beunruhigender Kraft nachhallen. Victor Frankenstein, ein brillanter junger Wissenschaftler, erschafft aus menschlichen Fragmenten eine Kreatur – und verstößt sie dann, erschrocken über sein eigenes Werk. Ausgeschlossen, verachtet und von Rachedurst getrieben, sät die Kreatur bald Zerstörung.
Die kraftvollen, feinausgearbeiteten Bilder von Stan Manoukian, in Graphit und Gouache gestaltet, werden von metallischen Effekten in Pantone-Silber durchzogen, die die mechanische Dimension von Victor Frankensteins Geschöpf betonen. Der Künstler bereichert die Erzählung zudem mit einem 16-seitigen Skizzenbuch auf Buchdruckpapier: einem Bestiarium unglaublicher Chimären und vergessener Versuche des wahnsinnigen Gelehrten. Jacoby & Stuart
Robert Louis Stevenson – Die Schatzinsel (01.09.2026)
Die Schatzinsel – der Inbegriff eines Piratenabenteuers. In dieser liebevoll und aufwendig gestalteten Schmuckausgabe wird Robert Louis Stevensons Klassiker zu einem einzigartigen Lese-Erlebnis. Die detailreichen Illustrationen und haptischen Papierkunstwerke machen die Jagd nach dem Schatz des Käpt’n Flint unvergesslich. Coppenrath
Franz Kafka – Das Schloss (02.09.2026)
»Das Schloss«, erstmals erschienen 1926, ist Kafkas längstes und figurenreichstes Werk. Der Roman schildert die scheinbar vergessene Welt eines unter Schnee begrabenen Dorfs, in dem eines Tages ein Fremder erscheint: ein Landvermesser namens K., der sich beharrlich um Arbeit und Wohnung bemüht, jedoch an einer unzugänglichen, alles beherrschenden Schlossbehörde scheitert. Mit zahlreichen ebenso bewegenden wie grotesken Wendungen weitet sich die archaische Szenerie allmählich zu einem Panorama von unheimlicher Intensität.
Die Leitfrage der Kommentierten Ausgabe ist, wie Kafka das eigentlich gemacht hat. Der ausführliche Stellenkommentar erläutert die wesentlichen Motive, Begriffe und Erzähltechniken. Auch lange gestrichene Passagen des Romans sind im vollen Wortlaut wiedergegeben, was einen tiefen Einblick in Kafkas Werkstatt ermöglicht. Dabei wird eine außergewöhnlich dicht gewobene Textur erkennbar, ein virtuoses Spiel mit verschiedenen Ebenen der Wirklichkeit, mit Ironie und zahlreichen versteckten Hinweisen des Erzählers. Einen Überblick zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des Romans bietet das Nachwort des Herausgebers. Wallstein Verlag
Colette – Das Reine und das Unreine (03.09.2026)
Mit Das Reine und das Unreine , das 1932 zunächst unter dem Titel Diese Freuden … erschien, legt die Grande Dame der französischen Literatur eines ihrer reifsten und zugleich kühnsten Bücher vor. Über Jahrzehnte hinweg hat Colette Beobachtungen, Begegnungen und Erinnerungen gesammelt: Frauen, die im Halbdunkel der Salons ihre Sehnsüchte verbergen, androgyne Figuren, die die Grenzen der Geschlechter spielerisch überschreiten, bedingungslose Liebhaber und ein misogyner Don Juan, Liebende, die zwischen Leidenschaft, Eifersucht und Täuschung taumeln.
Colette schildert das Reich der Lust jenseits von Moral und Tabu als ein schillerndes Mosaik aus Stimmen, Gesten und Blicken. Sie beschreibt die feinsten Regungen des Körpers, den schimmernden Augenaufschlag, das fiebrige Versinken in Opium oder Alkohol, die unerhörte Nähe zweier Menschen, die sich im Geheimen erkennen. Dabei entfaltet sie eine Sprache von seltener Sinnlichkeit: Scharf beobachtend und zugleich von poetischer Verve getragen, tastet sie den Übergang von Licht zu Schatten ab, von dem, was als »rein« gilt, zu dem, was die Gesellschaft als »unrein« ausgrenzt.
So entsteht ein Buch, das nicht urteilt, sondern offenbart: Das Reine und das Unreine ist eine Einladung, Konventionen hinter sich zu lassen und die Vielfalt des Begehrens mit offener Neugier zu betrachten. Friedenauer Presse
Teffi – Alles über die Liebe (03.09.2026)
Nadežda Lochvickaja alias Teffi, die »Königin des russischen Humors«, wie Zeitgenossen sie nannten, öffnet in Alles über die Liebe Fenster in die Gefühlswelten der russischen Emigration im Paris der Dreißigerjahre. Mit unnachahmlicher Leichtigkeit und einem Blick, der spöttisch und mitfühlend zugleich ist, beschreibt sie die Wirren und Windungen der Liebe: Ihre Figuren lieben, täuschen, träumen, irren sich – und zeigen in jedem Missverständnis, in jedem kleinen Verrat etwas von der Entwurzelung und dem Verlust, die ihr Leben prägen.
Große Liebesversprechen und unverhoffte Begegnungen, gehörnte Ehemänner und unhöfliche Gentlemen, kaltblütige Geliebte und Ehefrauen, die sich nach der Rückkehr der Nebenbuhlerin sehnen, damit sie ihnen den Gatten vom Leibe hält – sie alle bilden ein schimmerndes Kaleidoskop der Gefühle: die Sehnsucht nach Nähe und das Bedürfnis nach Freiheit, Stolz, Eitelkeit und die komischen Rituale des Begehrens. Friedenauer Presse
George Moore – Albert Nobbs (07.09.2026)
Ende des 19. Jahrhunderts: Albert Nobbs arbeitet seit vielen Jahren als angesehener Butler in einem noblen Hotel in Dublin. Er erledigt seine Aufgaben stets tadellos und tritt dabei zurückhaltend, fast unscheinbar auf. Das Einzige, was diesem zarten Mann in seinem kargen und von Arbeit geprägten Leben Kraft gibt, ist der Traum, den er verwirklichen möchte. Albert legt jeden Penny beiseite, um sich einen Tabakladen zu kaufen. Doch er hat ein Geheimnis, das er mit größter Vorsicht hütet – Albert ist eine Frau. Als der Maler Hubert für eine Nacht bei Albert einquartiert wird, droht alles ans Licht zu kommen. Pendragon Verlag
Hermann Hesse – Entdecke dich selbst (08.09.2026)
Selbstbestimmung statt Anpassung, Eigensinn statt Unterordnung – das ist der rote Faden, der sich durch alle Schriften Hermann Hesses zieht. Einmalig und unverwechselbar ist für ihn jedes Menschen Veranlagung. Sie zu entdecken, zu entfalten, auch gegen den Widerstand der Umwelt zu behaupten, ermutigt jedes seiner Werke. Nur wer das, was ihn ausmacht, motiviert und gerne praktiziert, ist geschützt vor Sinnkrisen. Insel Verlag
E. T. A. Hoffmann – Der Sandmann (08.09.2026)
Der kleine Nathanael fürchtet sich vor dem Sandmann. Nimmt er ihm tatsächlich die Augen weg, wenn er nicht schlafen will? Und wer ist der schauderhafte Herr Coppelius, der gemeinsam mit seinem Vater seltsame Experimente durchführt? Jahre später, Nathanael ist mittlerweile Student, verliebt er sich in Olimpia. Sie hat alles, wovon er geträumt hat, nur wirkt sie immer wieder seltsam unbeteiligt und emotionslos. Stimmt etwas nicht mit ihr oder wird er selbst allmählich wahnsinnig? Und ist das, was wir sehen, nur eine Imagination unseres Inneren? Insel Verlag
Victor Hugo – Der Glöckner von Notre-Dame (08.09.2026)
In den lebhaften Straßen des mittelalterlichen Paris und im Schatten der mächtigen Kathedrale Notre-Dame entspinnt sich ein romantisch-düsteres Drama um Begehren, Eifersucht, religiösen Wahn und soziale Ausgrenzung. Im Zentrum stehen der entstellte Glöckner Quasimodo, die ebenso begehrte wie mitfühlende Tänzerin Esmeralda und der fanatische Erzdiakon Frollo. Als Esmeralda der Hexerei beschuldigt und zum Tode verurteilt wird, versucht Quasimodo, sie in den Türmen von Notre-Dame in Sicherheit zu bringen – doch Frollos Obsession treibt die Ereignisse unaufhaltsam in die Katastrophe …
Victor Hugos Roman ist packende Tragödie, vielschichtiges Gesellschaftsporträt und eine leidenschaftliche Anklage gegen Unmenschlichkeit und Machtmissbrauch. Insel Verlag
Washington Irving – Sleepy Hollow (08.09.2026)
Die Sage von »Sleepy Hollow« gehört zu den berühmtesten Erzählungen der amerikanischen Literatur, Washington Irving hat sie 1820 veröffentlicht: Der etwas tumbe Dorfschulmeister Crane befindet sich auf dem Heimweg von einer Feier. Es ist spät geworden und als er mit seinem Pferd die »schläfrige Schlucht« passiert, nähert sich ihm von hinten ein riesiger, unheimlicher Reiter. Und dieser Reiter scheint keinen Kopf zu haben! Liegt er gar vorne auf dem Sattelknopf? Crane gibt seinem Pferd die Sporen…
Eike Schönfeld hat diesen Klassiker für die Insel-Bücherei neu übersetzt. Von dem Comickünstler und Illustrator ATAK stammen die kongenialen Illustrationen, Philip Tägert alias FIL, Zeichner, Sänger und Comedian, hat ein Nachwort für diese Prachtausgabe verfasst. Insel Verlag
Stefan Zweig – Schachnovelle (08.09.2026)
Schiffspassage nach New York: Der Schachweltmeister Mirko Czentovic spielt auf Wunsch eines Mäzens allein gegen eine Gruppe von Reisenden. Die erste Partie gewinnt er haushoch, es wird eine Revanche vereinbart. Ein scheinbar Unbeteiligter greift ein und mit seiner Expertise gelingt der Gruppe ein nicht für möglich gehaltenes Remis gegen den Champion. Kann er diesen Triumph am nächsten Tag wiederholen oder gar übertreffen?
Wenige Monate vor seinem Freitod in Brasilien schrieb Stefan Zweig sein bekanntestes, millionenfach verkauftes Buch, die Erzählung Schachnovelle. Ein Mann, von der Gestapo in Einzelhaft genommen, stiehlt ein Buch mit Schachpartien und spielt sie in seiner Zelle im Kopf nach, kann so der Isolationsfolter in Gedanken entfliehen. Die Partie an Bord wird für ihn zu einer Wiederkehr des »Kerkers der Einsamkeit«. Insel Verlag
Maria Gleit – Macht nichts, Barbara! (10.09.2026)
BERLIN IN DEN FRÜHEN DREISSIGER JAHREN… Barbara, ein junges, voller kreativer Ideen sprühendes Mädchen aus der Provinz, verliebt sich in Michael, einen deutlich älteren Redakteur einer örtlichen Lokalzeitung. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Liebesbeziehung, die von gegenseitiger Anziehung und Respekt geprägt ist. Doch das ist Barbara nicht genug.
Um eine gefragte Malerin zu werden, lässt sie Michael und das idyllische, aber letztlich uninspirierende Kleinstadtleben hinter sich und zieht nach Berlin, dem Mekka der damaligen Kunstszene, um vor allem sich selbst und ihren eigenen Stil zu finden. In der Metropole des Lasters und der kreativen Ausschweifung angekommen, wirft sie sich ins Nachtleben und sucht gleichzeitig Anschluss an die elitären künstlerischen Kreise ihrer Zeit. Hier stößt sie allerdings schnell auf unsichtbare Wände und unausgesprochene Regeln, die sie am Aufstieg hindern. DVB Verlag
James Fenimore Cooper – Der letzte Mohikaner (15.09.2026)
Der britische Offizier Heyward begleitet die beiden Töchter des Kommandanten des belagerten Fort William Henry zu ihrem Vater. Die drei vertrauen sich dem Irokesen Magua an, der sie vorsätzlich in die Irre führt. Zum Glück begegnen ihnen Falkenauge, Chingachgook und dessen Sohn Unkas. Doch auch mit ihnen ist der Weg zwischen den Fronten und feindlichen Indianerstämmen mehr als gefährlich.
James Fenimore Cooper (1789-1851) galt als Schlüsselfigur der historisch-amerikanischen Literatur. »Der letzte Mohikaner« ist sein bekanntestes Werk, in dem er die Erschließung des amerikanischen Westens, aber auch die allmähliche Zurückdrängung der indianischen Kultur thematisiert. Nikol Verlag
Daniel Defoe – Robinson Crusoe (15.09.2026)
Als einziger Überlebender strandet der Kaufmannssohn Robinson Crusoe auf einer unbewohnten Insel. Mit Hilfe eines Floßes rettet er Werkzeug, Kleidung, Nahrung und Munition, baut sich eine Behausung, lernt das Herstellen von Fallen, sät Getreide und zähmt wilde Ziegen. Eines Tages findet Robinson menschliche Fußspuren: der Eingeborene Freitag wird sein Freund und Gefährte. Nikol Verlag
Iwan Gontscharow – Das Steilufer (15.09.2026)
Boris Raiski hat hochfliegende Pläne, ist aber unfähig, sie zu verwirklichen. Das ist nicht weiter schlimm, denn es fehlt ihm nicht an Geld. Als Künstler in Petersburg gescheitert, kehrt er auf sein Gut zurück, um der Langeweile zu entfliehen und seinen wahren Lebenssinn zu finden. In Tante Tatjana Markowna, die seinen Besitz regiert wie ein kleines Königreich, und Cousine Vera trifft er auf zwei selbstbewusste Frauen, die sich ihrer Autonomie bewusst und ihrer Zeit weit voraus sind. Als der Nihilist Mark Wolochow auf den Plan tritt, ereignet sich am Fuß des Steilufers ein Drama, das alle Lebensentwürfe infrage stellt. Ein Glanzstück brillanter Erzählkunst in der Perlenkette der russischen Klassik, voller Witz und feiner Ironie. Hanser Verlag
Rudyard Kipling – Die Dschungelbücher (15.09.2026)
»Die Dschungelbücher« von Rudyard Kipling, erstmals erschienen 1894/95, zählen zu den bekanntesten Werken der Weltliteratur und sind in Millionenauflagen erschienen. Jeder kennt die Erzählungen von Mogli, dem Wolfsjungen und seinen Gefährten, Balu, dem Bären und Baghira, dem schwarzen Panther. Diese Ausgabe versammelt sämtliche Erzählungen der Dschungelbücher mit den Illustrationen der Originalausgaben. Nikol Verlag
Choderlos de Laclos – Gefährliche Liebschaften (15.09.2026)
Der Briefroman erzählt von zwei skrupellosen Adligen im Frankreich des 18. Jahrhunderts: der intriganten Marquise de Merteuil und dem Verführer Vicomte de Valmont. Aus Langeweile und Machtlust schmieden sie perfide Liebesintrigen, manipulieren andere Menschen emotional und spielen mit deren Gefühlen. Valmont versucht, die tugendhafte Madame de Tourvel zu verführen, während Merteuil den jungen Cécile de Volanges in ein verhängnisvolles Liebesabenteuer treibt. Anfangs scheint ihr Spiel erfolgreich, doch nach und nach geraten ihre Intrigen außer Kontrolle. Nikol Verlag
Colette – Die besten Jahre (16.09.2026)
Colette erzählt in ihrem unvergleichlichen Stil von ganz unterschiedlichen Frauen und ihren Lebenssituationen – von großen Lieben, kleinen Dramen und der unerhörten Leichtigkeit des Seins. Wie immer vor Witz und Esprit sprühend lässt sie uns teilhaben an glanzvollen Tagen und schlaflosen Nächten, berichtet von Rivalinnen und Freundinnen, von großen Festen und ebensolchen Gefühlen. Ein Lesevergnügen! Ebersbach & Simon
H. P. Lovecraft – Die Farbe aus dem All (16.09.2026)
»Nur eine Farbe … ihr Gesicht nimmt manchmal nachts die Farbe an … und es brennt und saugt … es kommt von einem Ort, wo die Dinge nicht sind wie hier …« Nahum Gardner
Ein kleiner Meteor kracht in den Garten des Hofs der Familie Gardner in einem Tal hinter Arkham, im ländlichen Neuengland. Er muss aus den Weiten des Alls stammen und verblüfft die eingetroffenen Wissenschaftler: Er ist flüchtig, scheint sich ohne jede Spur aufzulösen. Aber später verändert sich etwas an den Farben der Blätter und Blüten und der Geschmack der Früchte ist anders und in den huschenden Bewegungen der Tiere des Waldes hat sich eine außerweltliche, schreckliche Qualität geschlichen. Familie Gardner muss um ihren Verstand und ihr Leben kämpfen. Anaconda Verlag
Rahel Sanzara – Das verlorene Kind (16.09.2026)
Rahel Sanzaras dunkles Meisterwerk über einen Lustmord zum 100. Jubiläum neu ediert. Die fest gefügte Welt eines norddeutschen Gutshofes zerbricht, als die vierjährige Pächterstochter Anna B. Opfer eines grausamen Mordes wird. Sanzara erzählt mit großer Ruhe in sprachlicher Schönheit von den verheerenden Folgen, die diese Tat für die Eltern, die Hofgemeinschaft und den Täter selbst hat, vom Umgang mit Schuld, Trauer und Verantwortung.
Vor hundert Jahren wurde der Roman über Nacht zu einem der größten Bucherfolge der Weimarer Republik. Bis zu seinem Verbot durch die Nationalsozialisten hat »Das verlorene Kind« eine intensive Rezeption erfahren, die von Bewunderung bis zur Ungläubigkeit darüber reichte, dass eine Frau ein so episches und dunkles Werk verfassen konnte. Die Auseinandersetzung gipfelte in einem Literaturstreit um die Urheberschaftsfrage, in dem Sanzara von Schriftstellern wie Gottfried Benn und Kasimir Edschmid verteidigt wurde.
Das Nachwort der kommentierten Ausgabe rekonstruiert den internationalen Erfolg des Romans sowie die Bezüge zur historischen Vorlage im Neuen Pitaval, einer Sammlung historischer Kriminalgeschichten. Erstmals wird auch die zum Teil erheblich gekürzte Fassung in der Vossischen Zeitung berücksichtigt. Der Band enthält ferner eine Auswahl zeitgenössischer Besprechungen, u. a. von Vicki Baum, Erik-Ernst Schwabach, Bernhard von Brentano, Monty Jacobs, Gabriele Reuter, Máximo José Kahn, Osip Mandelstam, Ernst Weiß, Lavinia Mazzucchetti, Carl Zuckmayer und Vita Sackville-West. Wallstein Verlag
Arthur Schnitzler – Komödie der Verfühung (16.09.2026)
Schnitzlers Quintessenz einer neuen Liebes- und Ehekonzeption, die in ihrer Radikalität und Kühnheit für seine Zeit singulär ist Auf einem Frühlingsfest am Vorabend des Ersten Weltkriegs erlebt eine illustre großbürgerliche Gesellschaft ein Frühlingserwachen ganz eigener Art: Ihr Fest ist der Beginn eines – tödlich endenden – Spiels zahlreicher erotischer Verführungen.
Schnitzler bilanziert in seiner späten Komödie nüchtern die euphorischen Aufbrüche zu psychosexueller Selbstfindung und versucht, nicht zuletzt unter dem Eindruck des Weltkriegs, das Verhältnis von gesellschaftlichen Konventionen und individuellen Bedürfnissen neu zu justieren. Seine literarische Behandlung der Frage nach der (sexuellen) Autonomie der Frau, dem Verhältnis von Treue, Untreue, Liebe und Ehe darf in ihrer Radikalität und Kühnheit als singulär gelten. Erstmalig in zuverlässiger Textgestalt, mit ausführlichem Nachwort und detailliertem Stellenkommentar. Wallstein Verlag
Arthur Schnitzler – Traumnovelle (16.09.2026)
Ein Meisterwerk, das von Liebe, (Un-)Treue, Traum und Eifersucht erzählt und die Grundlagen der Beziehung zwischen Mann und Frau erkundet Fridolin und Albertine leben das ruhige Leben einer bürgerlichen Kleinfamilie, bis sie einander nach einer rauschenden Ballnacht ihre Sehnsüchte nach erotischen Abenteuern offenbaren. Das Paar droht daraufhin, sich zu verlieren: Verwirrt flieht Fridolin in das nächtliche Wien, um sich seiner Rolle als Mann zu versichern, Albertine erkundet ihre sexuellen Wünsche im Traum.
Schnitzlers Erzählung führt jenseits der Freud’schen Lehren auf ihre Weise die Entdeckung des „Abgrunds der Triebwelt“ vor, die alle sozialen Bindungen gefährdet. Dabei bleibt die realistisch erzählte Geschichte von Liebe, (Un-)Treue, Traum und Eifersucht in eine Art Gegenwelt eingebunden, deren tröstende Ordnung den Regeln eines alten Märchens folgt. Die Erzählung zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Novellen des 20. Jahrhunderts und wurde nicht zuletzt mit der Verfilmung »Eyes wide shut« (1999) durch Stanley Kubrick mit Tom Cruise und Nicole Kidman in den Hauptrollen weltweit bekannt. Erstmalig in zuverlässiger Textgestalt, mit ausführlichem Nachwort und detailliertem Stellenkommentar. Wallstein Verlag
Sabahattin Ali – Die Madonna im Pelzmantel (17.09.2026)
In Ankara kennt man Raif Efendi als duldsamen Mann, der weder die Eskapaden seiner Töchter noch die Verleumdungen am Arbeitsplatz meistert. Kaum jemand ahnt, wer sich hinter der Maske stummen Gleichmuts verbirgt. Ein eng beschriebenes Schulheft lüftet endlich sein Geheimnis. Die Aufzeichnungen führen in das Berlin der zwanziger Jahre.
Arbeiter und Bohemiens heben in miefigen Absteigen die Gläser aufeine ungewisse Zukunft, und eine geheimnisvolle junge Malerin – die »Madonna im Pelzmantel« – kreuzt wie zufällig Raifs Wege. Als er sie eines Abends in einem Nachtklub wieder trifft, weiß er, dass ihrer beider Schicksal untrennbar verwoben ist. Eine hinreißende deutsch-türkische Liebesgeschichte und eine Ode an das Berlin der wilden Zwanziger. Dörlemann
Frances Hodgson Burnett – Der kleine Lord (17.09.2026)
Der siebenjährige Cedric »Ceddie« Errol lebt nach dem Tod des Vaters mit seiner Mutter in einfachen Verhältnissen in New York. Ceddies Leben ändert sich von Grund auf, als sein adeliger Großvater entscheidet, ihn zu seinem Nachfolger zu erklären und nach England zu holen. Wenn es nach dem alten Earl of Dorincourt geht, sollen Stand, Sitte und Ordnung das Leben des Lord Fauntleroy, wie er von nun an heißt, beherrschen.
Der steife, griesgrämige Großvater begegnet dem Jungen mit Misstrauen, doch Ceddies natürlicher Frohsinn und seine Gutherzigkeit lassen auch den Earl erweichen. Sowie sie sich annähern und Dorincourt alle Hoffnung in seine Lordschaft steckt, erwartet sie jedoch eine Überraschung, die die neuen Familienbande auf eine harte Probe stellt. OKTOPUS
Jaroslav Hašek – Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk (17.09.2026)
Josef Schwejk, Hundefänger aus Prag, ist von offizieller Stelle für schwachsinnig erklärt worden und meldet sich dennoch freiwillig zum Dienst in der österreichisch-ungarischen Armee. Er hält sich ans Gesetz, unterwirft sich jeder Autorität und bleibt selbst im Kriegszustand ruhig. Ein Glücksfall fürs Militär – würde sich Schwejk mit seiner ausgereiften Tollpatschigkeit nicht dauernd selbst in heikle Situationen manövrieren: Etwa, indem er in Gefangenschaft seiner eigenen Armee gerät. Retten kann sich der Soldat nur mit seinem scheinbar unerschöpflichen Fundus an Anekdoten und Witzen, die er im richtigen Moment so unverblümt und charmant vorträgt, dass er noch jedes Mal davonkommt.
Eine bissige, fragmentarische Erzählung, die die Schrecken des Ersten Weltkriegs und die grausamen Absurditäten des dynastischen und des militärischen Systems auf humorvolle Art anprangert. Um es mit Kurt Tucholsky zu sagen: Der liebenswürdige Soldat Schwejk »haut die gesamte österreichische Monarchie übers Ohr«. Kampa Verlag
C. F. Ramuz – Farinet oder das falsche Geld (17.09.2026)
Der junge Maurice Farinet, Sohn eines Schmugglers, gräbt in den Walliser Alpen beharrlich nach Gold, um Falschgeld herzustellen. Seine Münzen verkauft oder verschenkt er an die Einheimischen, die von seiner Sache überzeugt sind. Ist diese Währung sogar zuverlässiger als die der Regierung? Die Menschen mögen den waghalsigen Mann und sein Gold, von den Behörden wird er fieberhaft gejagt und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.
Aber Farinet wäre nicht Farinet, wenn er sich das gefallen liesse. Für sein höchstes Gut, die Freiheit, würde er alles tun. Doch trotz der Solidarität seiner Freunde und der Liebe, die er im Blick der jungen Joséphine erkennt, scheint sein Schicksal besiegelt: Er soll sich den Behörden stellen. C. F. Ramuz’ raue Sprache schlängelt sich durch die Landschaft und Rebberge am Genfersee und erzählt mitreissend eine Hymne auf die Freiheit und eine grosse Liebesgeschichte. Limmat Verlag
Elizabeth Smart – An der Grand Central Station setzte ich mich hin und weinte (17.09.2026)
Die Geschichte einer radikalen, ebenso ekstatischen wie zerstörerischen Liebe.
In einer Buchhandlung in London stößt Elizabeth Smart 1937 auf einen schmalen Band mit Gedichten des englischen Dichters George Barker. Sie liest und verliebt sich auf der Stelle in den Autor, ohne ihn je gesehen zu haben. Sie beschließt, ihn zu heiraten, aber er ist schon verheiratet – und bleibt es auch.
Ihre Familie missbilligt die skandalöse Beziehung, doch nichts bringt sie ab von ihrer Liebe zum falschen Mann zur falschen Zeit, ein Leben lang. Ihr entspringen vier Kinder und ein Buch, 1945 erstmals erschienen, das in der feministischen Bewegung der 1960er-Jahre zum Kultbuch avancierte. Es ist das literarische Dokument einer existenziellen Erfahrung, einer ebenso ekstatischen wie zerstörerischen Liebe. Jung und Jung
Josephine Tey – Tod im College (17.09.2026)
Lucy Pym, ehemalige Französischlehrerin und unverhoffte Bestsellerautorin, wird ans Leys Physical Training College eingeladen, um einen Vortrag zu halten. Eigentlich will sie nur eine Nacht bleiben – die Glocke schrillt morgens um halb sechs, und das Essen im Speisesaal ist nur allzu nahrhaft –, aber die angehenden Sportlehrerinnen, die hier ausgebildet werden, wickeln die Autorin, die noch dabei ist, sich an ihre neue Berühmtheit zu gewöhnen, um den Finger, und zu Hause in London hat Lucy ohnehin nicht viel zu tun.
Sie verlängert ihren Aufenthalt um ein paar Tage, dann um ein paar Wochen und taucht in das scheinbar idyllische Collegeleben ein, in die abgeschiedene Gemeinschaft junger Frauen, die Lucy alle nur so vor Fleiß, Gesundheit, Selbstbewusstsein und Intelligenz zu strotzen scheinen. Und vor Normalität. Dass die Studentinnen Kuchen stehlen und die unerlaubte Abkürzung durch die Turnhalle nehmen, sind die schlimmsten Verbrechen, die man sich an diesem Ort ausmalen kann. Oder? OKTOPUS
Karel Čapek – Der Krieg mit den Molchen (23.09.2026)
In einer Bucht vor Sumatra entdeckt Kapitän Jan van Toch eine ungewöhnlich intelligente und lernfähige Spezies von Riesenmolchen. Er richtet sie darauf ab, Perlen zu fischen, und baut schnell ein florierendes und expandierendes Geschäft auf. Nach seinem Tod verkaufen seine Geschäftspartner die sich schnell vermehrenden Molche als billige Unterwasser-Arbeitskräfte in die ganze Welt. Mittlerweile haben sie schon zu sprechen und den aufrechten Gang gelernt – und wurden sogar für gefährliche Kriegseinsätze trainiert und mit Waffen ausgestattet. Plötzlich wendet sich das Blatt, und die Molche lehnen sich gegen die Menschen auf: ein unbarmherziger Krieg beginnt.
Mit seinem beißenden Witz und Erfindungsreichtum sowie seiner großen stilistischen Bandbreite lässt sich Karel Čapeks überraschend aktueller Klassiker von 1936 in Doris Koubas verspielter Neuübersetzung als eindringliche Warnung nicht zuletzt vor blindwütigem Fortschrittsglauben, kapitalistischer Ausbeutung und aufziehendem Faschismus lesen. Fischer Verlag
Selma Lagerlöf – Weihnachtsgeschichten (23.09.2026)
Die Weihnachtsgeschichten von Selma Lagerlöf haben Schneegarantie, denn sie spielen im winterlichen Schweden. Und sie befreien ihre Leser wirkungsvoll aus der Hektik der ›besinnlichen Zeit‹. Hier begegnet man keinen bärtigen Männern mit roter Mütze, sondern Trollen, Schafen oder auch der Räubermutter und einem Traumpfannkuchen. Und vor allem begegnet man sich selbst, seinen eigenen Sorgen, Mühen und Hoffnungen, gespiegelt in legendenhaften Erzählungen von schlichter Anmut und Größe. Anaconda Verlag
Leonard Woolf – Sieben Jahre in Ceylon (25.09.2026)
Als Leonard Woolf sich 1904 nach seinem Studium um einen Posten beim Ceylon Civil Service bemüht, glaubt er fest an die Pflicht, den westlichen »Fortschritt« in ferne Länder zu tragen. Doch in den sieben Jahren, die er als Verwaltungsbeamter der Britischen Krone in Ceylon verbringt, wachsen nicht nur seine Faszination für die lokale Flora und Fauna, sondern vor allem seine Achtung vor der Kultur der Tamilen und Singhalesen – während ihm zugleich die tragischen Folgen der Kolonialherrschaft mit all ihren Missverständnissen und Vorurteilen immer deutlicher werden.
Woolfs in diesem Band versammelte Erinnerungen und Erzählungen zeugen von eindrücklichen Begegnungen mit exzentrischen Beamten, schießwütigen Freizeitjägern und eigensinnigen Insulanern und skizzieren aufrichtig Woolfs eigenes Scheitern in einem zum Scheitern verurteilten System. Mare Verlag
Okamoto Kanoko – Mutter und Sohn (30.09.2026)
Unter allen zwischenmenschlichen Verbindungen ist die zwischen Mutter und Sohn eine der innigsten. Okamoto Kanoko, hierzulande noch unbekannte Mitbegründerin der weiblichen Moderne Japans, lotet in ihrem autobiografisch inspirierten Roman die Höhen und Tiefen innigster seelischer Verbundenheit aus. Eine berührend intime Erzählung über gemeinsam bewunderte Kastanienblüten, über faszinierende Ost-West-Passagen, über die Kraft bedingungsloser Liebe und die schwere Kunst des Loslassens.
Eine renommierte Tanka-Dichterin, die mit ihrem Mann nach Tōkyō zurückkehrt und das hochbegabte Einzelkind zum Studium der westlichen Malerei in Paris zurücklässt – es ist kein normales Mutter-Sohn-Verhältnis, das hier seziert wird. Und doch kann es stellvertretend für viele ähnliche Familienkonstellationen gelesen werden, in denen tiefe Seelenverwandtschaft mit leichter, ja allzu leichter Irritierbarkeit einhergeht. Manesse Verlag
Arthur Schnitzler – Traumnovelle (30.09.2026)
Arthur Schnitzlers berühmte „Traumnovelle“ führt tief hinein in die verborgenen Abgründe der menschlichen Psyche. Die Geschichte über ein Ehepaar, das durch tiefgründige Geständnisse, unerfüllte Wünsche und eine rätselhafte nächtliche Odyssee an die Grenzen von Realität und Traum gelangt, entfaltet eine einzigartige Sogwirkung. Diese von Jorghi Poll kunstvoll illustrierte Ausgabe lädt dazu ein, Schnitzlers meisterhafte Erzählkunst neu zu entdecken – ein eindrucksvolles Geschenk für alle, die psychologische Literatur und große Erzählungen lieben. arsEdition
Robert Louis Stevenson – Die Schatzinsel (30.09.2026)
Als Jim Hawkins eines Tages in den Besitz einer geheimnisvollen Schatzkarte gelangt, beginnt das Abenteuer seines Lebens. Zusammen mit seinen Freunden Dr. Livesey und dem Friedensrichter Trelawney begibt sich der mutige Junge auf eine gefährliche Reise auf der Hispaniola in die Südsee – doch sie sind nicht die Einzigen, die es auf den sagenumwobenen Goldschatz des berüchtigten Piratenkäptns Flint abgesehen haben: Denn auf dem Schiff hat auch die halbe ehemalige Mannschaft dieses Korsaren angeheuert, unter ihnen der einbeinige Long John Silver … Insel Verlag
Robert Louis Stevenson – Der seltsame Fall von Dr. Jekyll und Mr. Hyde (30.09.2026)
Dr. Jekyll, der seit seiner Jugend an einer Art Persönlichkeitsspaltung leidet und ein Doppelleben führt, ist es mit Hilfe von chemischen Experimenten gelungen, der bösen, triebhaften Seite seines Wesens eine eigene Gestalt zu geben. Unter dem Namen Mr. Hyde treibt dieser Doppelgänger im nebelverhangenen London sein Unwesen. Was als kühnes Spiel mit Moral und Wissenschaft beginnt, wird zum Albtraum, als die Rückverwandlung von Hyde zu Jekyll immer schwieriger wird und der gewalttätige Hyde mehr und mehr die Kontrolle übernimmt. Insel Verlag
Virginia Woolf – Orlando (30.09.2026)
Mit frei fabulierender Leichtigkeit und Lust an der biografischen Travestie hat Virginia Woolf diese (wie sie selbst es nannte) «literarische Eskapade» verfasst – eine furiose Liebeserklärung an ihre intime Freundin Vita Sackville-West. Dank der zeitgemäßen Neuübersetzung von Irma Wehrli lässt sich ein Meisterwerk heiteren Übermuts ganz neu entdecken.
Stets mutig dem Ruf seines Herzens zu folgen – dies ist das innigste Begehren von Lord Orlando, der im späten 16. Jahrhundert unter hochgestellten Persönlichkeiten aufwächst und zum Schatz- und Hofmeister von Königin Elisabeth I. avanciert. Von einer moskowitischen Fürstin sitzengelassen, von einer rumänischen Erzherzogin drangsaliert und als Poet gescheitert, flieht er als Sonderbotschafter Hals nach Konstantinopel, wo er während einer Revolution eine ganz unerhörte Verwandlung erfährt: Er erwacht mit unveränderter Identität, doch als Frau und alterslos.
Maskuline Stärke und feminine Anmut in sich vereinend, führt Orlando fortan eine ausschweifend-sinnliche Existenz jenseits starrer Geschlechter- und Klassenkonventionen in Adels- wie in Freudenhäusern. Zurück in London, mündet die Metamorphose im Viktorianischen Zeitalters in eine (glückliche) Ehe samt Mutterschaft, aber auch in künstlerischer Anerkennung. 1928, in dem Jahr, da der Roman mit seinem Erscheinen endet, ist Orlando endlich die gefeierte Dichterpersönlichkeit, die sie seit jeher sein wollte. Manesse Verlag
Oktober 2026
Victor Hugo – Les Misérables: Die Elenden (01.10.2026)
Im Mittelpunkt des monumentalen, 1862 vollendeten Sozialromans Les Misérables steht Jean Valjean, ein ehemaliger Galeerensträfling, der nach 19 Jahren Haft wegen eines Brotdiebstahls und mehrerer Fluchtversuche aus der Gesellschaft ausgestoßen bleibt. Erst die radikale Nächstenliebe eines Bischofs bewirkt seine tiefgreifende innere Wandlung. Unter wechselnden Identitäten versucht Valjean, ein moralisches Leben zu führen, wird jedoch unerbittlich vom Gesetzeshüter Javert verfolgt.
Hugo verwebt Valjeans Schicksal mit dem der Arbeiterin Fantine, die aus mütterlicher Liebe und sozialer Not in den Abgrund getrieben wird, ihrer gepeinigten Tochter Cosette, des idealistischen Studenten Marius und vieler weiterer Figuren zu einem weitgespannten Panorama des 19. Jahrhunderts. Die Schlacht bei Waterloo und die Pariser Juniaufstände von 1832 werden dabei ebenso erfahrbar wie der Alltag einer Gesellschaft, die von Armut, Repression und sozialer Ungleichheit geprägt ist. Matthes & Seitz
Wilhelm Speyer – Das Glück der Andernachs (02.10.2026)
Für die jüdische Familie hinter der erfolgreichen Berliner Militäreffektenhandlung Trier-Andernach wird 1887 privat zu einem besonderen Jahr: Als am Neujahrstag bekannt wird, dass sich die junge Lotte Andernach mit ihrem Jugendfreund Ferdinand Rauch verloben möchte, wird ihrem Großvater mulmig bei dem Gedanken an diese jüdisch-christliche Verbindung. Alle halten seine Bedenken für unsinnig, aber Lotte und Ferdinand gehen trotzdem probeweise auseinander – wer weiß, ob es nicht verlockende andere Möglichkeiten gibt? –, während hinter der restlichen Familienfassade Verbindungen existieren und entstehen, die gelinde gesagt etwas überraschend sind.
Politisch ist das Jahr 1887 das Jahr davor, in dem es noch so scheint, als würde sich alles in liberalen Formen weiterentwickeln. Im Folgejahr aber wird Wilhelm II. zum Kaiser, und Deutschland geht weiter auf einem anderen Weg. Wilhelm Speyers opulenter im Exil entstandener Roman ist das wohl humorvollste und ergreifendste Porträt dieser Zeit und ihrer Menschen, ein äußerst lebensvolles und facettenreiches Gesellschaftsbild, in dem auch schon die politische Zukunft und der aufkeimende Antisemitismus ihre Schatten werfen. Lilienfeld Verlag
Sebastian Haffner – Die Tochter (06.10.2026)
Berlin im Oktober 1926: Die sechzehnjährige Lulli Langfuß will kurze Haare, ausgehen, frei sein. Doch in Lichterfelde schleichen ihr labiler Vater, die herrische Tante Viktoria und eine uralte Großtante in Filzschuhen durchs Haus, träumen vom Kaiser und zeigen der Zeit, »dass sie nichts von ihr wissen wollen«. Als Lulli auf einem Tanzfest den zynischen Arvid kennenlernt, beginnt sie offen zu rebellieren und zerreißt damit bald die Fassade einer ganzen Existenz.
Sebastian Haffners bewegender erster Roman, drei Jahre vor »Abschied« geschrieben und sein letzter freigegebener Roman aus dem Nachlass, ist ein verblüffend hellsichtiger Gesellschaftsroman. In eindringlicher Sprache macht der Zwanzigjährige den Aufbruch und Überschwang der Weimarer Republik ebenso spürbar wie die Schizophrenie einer emotional verkümmerten Generation. Hanser Verlag
J. K. Rowling – Harry Potter und der Halbblutprinz (06.10.2026)
Schon in »Die magische Welt von Harry Potter« konnte der Illustrator Levi Pinfold durch seine fantastischen Bilder begeistern. Nun hat er seine Kunst erstmals in einem vollständigen Harry-Potter-Band entfaltet und lässt die sechste Geschichte um den berühmtesten Zauberer der Welt eindrucksvoll Gestalt werden. Während Harry und seine Freunde gegen die immer größer werdende Bedrohung durch den Dunklen Lord ankämpfen, erschafft der Künstler auf jeder Seite bildgewalte Kompositionen, die die dramatische Geschichte meisterhaft begleiten und zum Leben erwecken. Carlsen Verlag
Alexander Baron – Der Tagedieb (07.10.2026)
Wenn Harryboy nicht sein Geld verspielt, liest er Zola, bügelt Hosen und fühlt sich seltsam aufgehoben in Hackney, dem ärmsten Viertel von London. Bis eine neue Familie in seine Pension einzieht. Aufgerieben zwischen Aufstiegsträumen und Elternschaft scheitern die Deaners auf ganz andere Weise. Doch ihm wird klar, wie eng ihr Schicksal mit dem seinen verflochten ist. Ein leeres Versprechen gerät zu einer Achterbahnfahrt in die Untiefen des East Ends, des Krieges und seiner Vergangenheit, in deren Spuren er unerwartet auf eine noch größere Schuld stößt: auf ein Leben, das nie gelebt war.
Alexander Barons wiederentdeckter Kultroman The Lowlife (1963) ist eine brillante Milieustudie voller Witz und Melancholie. Ein moderner Schelmenroman über einen Mann, der Verantwortung lernen muss – und die langersehnte deutsche Erstübersetzung eines anglo-jüdischen Klassikers. Reclam
Charles Dickens – Eine Weihnachtsgeschichte (07.10.2026)
Diese edle Ausgabe von Charles Dickens’ zeitloser Erzählung „Eine Weihnachtsgeschichte“ bringt den berühmten Geist der Weihnacht in besonders festlicher Form in jedes Bücherregal. Die berührende Geschichte des hartherzigen Ebenezer Scrooge, der durch die Begegnung mit drei Geistern zu Mitgefühl, Nächstenliebe und Großzügigkeit findet, entfaltet in dieser kunstvoll illustrierten Prachtausgabe ihren ganzen Zauber. Ein außergewöhnliches Geschenk für alle, die Literatur lieben – und ein kostbares Weihnachtsgeschenk für besondere Menschen. arsEdition
Arthur Conan Doyle – Der Hund der Baskervilles (08.10.2026)
Als der alte Sir Charles Baskerville unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, steht schnell fest: Hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu, sind am Tatort doch die Pfotenabdrücke eines riesigen Hundes zu finden. Hat der Fluch, der seit Generationen auf der Familie lastet, erneut ein Opfer gefordert? Ausgerechnet jetzt kehrt der Neffe von Sir Charles, Henry Baskerville, aus Kanada zurück und es geschehen weitere ominöse Ereignisse, die auf die Beteiligung eines Hundes schließen lassen.
Für Dr. Mortimer, Freund und Testamentsvollstrecker des alten Baskerville, ist klar: Sir Henry ist in Gefahr! Und wer wäre besser geeignet, einen solch kniffligen Fall zu lösen, als Sherlock Holmes? In der Baker Street 221b rennt Mortimer bei dem Meisterdetektiv mit dem neuen Auftrag offene Türen ein. Im Moor rund das Landhaus stoßen Holmes und sein Partner Dr. Watson auf einige Geheimnisse und Verdächtige – das Spiel beginnt. Dörlemann
Hanns Heinz Ewers – Geschichten des Grauens (08.10.2026)
Hanns Heinz Ewers war zeit seines Lebens berühmt-berüchtigt, auch wegen seiner Selbstinszenierung als dekadenter Dandy mit einer Affinität zu Drogen, Okkultem und Anstößigem – Themen, die sich in seinen Romanen und Erzählungen wiederfinden. Er war ein Meister des Schrecklich-Schaurigen in der Tradition von E. T. A. Hoffmann und Edgar Allan Poe. Zu Lebzeiten viel gelesen, gehört er längst wiederentdeckt.
Am besten durch seine grotesken, unheimlichen Erzählungen, die die perfekte Lektüre für Halloween oder lange Winterabende sind. Das Geheimnis des Zimmers Nummer sieben in einer billigen Pariser Absteige oder die obskuren Machenschaften eines menschenscheuen Untermieters: Hanns Heinz Ewers erzählt Geschichten zwischen Wahn und Hexerei, voller diabolischer Geheimnisse und tiefschwarzer menschlicher Obsessionen. OKTOPUS
Bram Stoker – Dracula (08.10.2026)
Als der aufstrebende Rechtsanwalt Jonathan Harker beruflich von London nach Transsylvanien reist, ahnt er nicht, dass er sich in die Fänge einer Bestie begibt. Der mysteriöse Graf Dracula, der ihn auf sein Schloss bestellt hat, um einen Immobilienkauf abzuwickeln, entpuppt sich als blutdurstiger Vampir – und er hat es auf Harker abgesehen.
In Todesangst gelingt dem jungen Mann die Flucht, doch kurz darauf verschwinden in London Matrosen, erkranken Gesunde und brechen Wölfe aus dem Zoo aus. Von Harker und seinen Freunden ist äußerstes Geschick gefragt, um den tödlichen Durst von Graf Dracula und seiner Vampirmeute zu stoppen. Und es erfordert einen starken Willen, nicht den eigenen niederen Trieben nachzugeben. OKTOPUS
Anton Tschechow – Das Drama auf der Jagd (08.10.2026)
Moskau, 1880: Der ehemalige Untersuchungsrichter Iwan Petrowitsch Kamyschew übergibt sein Manuskript Das Drama auf der Jagd. Aus den Aufzeichnungen eines Untersuchungsrichters einem namenlosen Zeitungsredakteur, mit der Anmerkung, es basiere auf einer wahren Begebenheit, bei der Kamyschew selbst eine Rolle gespielt habe.
Nach zwei Monaten erinnert sich der Redakteur an das in seinem Schreibtisch vergessene Manuskript und taucht in einen Mordfall ein – eine Geschichte über das Verlangen, die List und menschliche Abgründe. Ihn überkommt eine böse Vorahnung, doch will er das Manuskript zunächst seiner Leserschaft zur Prüfung vorlegen. Als der Redakteur Kamyschew schließlich konfrontiert, offenbart sich ein dunkles Geheimnis … Kampa Verlag
Homer – Ilias (14.10.2026)
Mit Homer begann die europäische Literatur – genauer gesagt mit der «Ilias». In 15500 packenden Versen erzählt dieses unvergängliche Menschheits-Epos vom Groll des Achilleus und dem Krieg um Troja. 2017 haben wir bei Manesse diesen kanonischen Großklassiker in einer prachtvollen, illustrierten Referenzausgabe vorgelegt. Lesbar und doch formbewusst, konkret fasslich und verständlich und doch treu am Original – diese einzigartige Qualität zeichnet Kurt Steinmanns «Ilias» aus. Noch poetischer als je zuvor, hält Kurt Steinmanns Neuübersetzung Überraschungen für Homer-Kenner wie -Entdecker bereit. Manesse Verlag
Herbert Clyde Lewis – Gentleman über Bord (14.10.2026)
Aus einem simplen Ausrutscher formt Herbert Clyde Lewis 1937 eine perfekte Geschichte: Henry Preston Standish hat alles – liebevolle Familie, erfolgreiche Karriere, ein komfortables Leben in New York. Doch plötzlich plagen ihn Angstzustände, und er gönnt sich eine Auszeit. Auf einer Urlaubsreise nach Hawaii genießt er Freiheit, Sonnenuntergänge und das Leben auf hoher See – bis er auf der Heimfahrt früh am Morgen unglücklich ausrutscht und unbemerkt über Bord stürzt.
Sein »Gentleman«-Ehrenkodex hindert ihn daran, sofort laut um Hilfe zu rufen. Als er sich überwindet, ist es zu spät: Allein im Ozean blickt er auf sein Leben zurück. Faszinierend und höchst unterhaltsam ist, wie Herbert Clyde Lewis diese zutiefst tragische Geschichte erzählt – nämlich mit sehr viel Humor. Ein literarisches Meisterwerk neu übersetzt. Anaconda Verlag
Thomas Mann – Der Zauberberg (14.10.2026)
Drei Wochen will Hans Castorp in Davos verbringen, zu Besuch bei seinem lungenkranken Vetter im Sanatorium. Bald beginnt er selbst zu husten und wird als Patient etwas länger bleiben müssen. Nicht so schlimm, denn der komfortable Berghof steckt voller unterhaltsamer Menschen. Von Krankheit und Tod umgeben und doch wie in einem eigenen Universum aufgehoben, taucht der junge Mann ein in tiefsinnige Gespräche über Politik, Philosophie oder die Künste und verliebt sich in eine schöne Madame. Europas Zivilisation am Scheitelpunkt ihres Niedergangs: In diesem großen Zeitroman hat Thomas Mann sie so farbenreich wie feinsinnig geschildert wie wohl niemand vor oder nach ihm. Anaconda Verlag
Alexandre Dumas – Die drei Musketiere (15.10.2026)
Gefürchtete Krieger und zugleich unwiderstehliche Verführer – wie von jeher alle Gascogner –, streiten die drei edlen Haudegen Athos, Porthos und Aramis für die junge Königin Anne von Österreich, Gemahlin des Königs Ludwig XIII., gegen die Intrigen des Ministers Richelieu und seiner satanischen Spionin Mylady de Winter. Köpfe rollen, Gift wird gereicht, und doch geht bei Dumas der Humor nie ganz verloren. Die äußerst spannend erzählte Geschichte ist bis heute ein Klassiker der Unterhaltungsliteratur geblieben. Nikol Verlag
Fjodor M. Dostojewski – Der Idiot (15.10.2026)
Fürst Myschkin, von Epilepsie geplagt und für seine Naivität bekannt, wird von allen »der Idiot« genannt. Als er nach einem langen Sanatoriumsaufenthalt nach St. Petersburg zurückkehrt, wird der großmütige junge Fürst in eine Dreiecksgeschichte hineingezogen, aus der er nicht mehr herausfindet: Von nun an bestimmen ihn die Liebe zu Aglaja und das tiefe Mitleid mit Nastassja, in der er als Einziger nicht die Frau von zweifelhaftem Ruf, sondern den leidenden Menschen sieht. Myschkin ist Narr und Heiliger zugleich, ein Don Quijote der Liebe. Nikol Verlag
Fjodor M. Dostojewski – Die Brüder Karamasow (15.10.2026)
Die drei Brüder Karamasow könnten unterschiedlicher nicht sein, einzig der tiefe Konflikt mit ihrem moralisch verkommenen Vater, Fjodor Karamasow, eint sie. Dmitri, der Älteste, macht kein Geheimnis daraus, dass er den Vater abgrundtief hasst, weil dieser ihm sein Erbteil vorenthält und zudem um dieselbe Frau buhlt wie er. Doch als der Vater brutal ermordet wird, hat jeder der Brüder ein Motiv. Das Gerichtsurteil trifft zwar den Falschen, vor dem inneren Richter jedoch begegnet jeder der Brüder den Verstrickungen seiner ganz persönlichen Schuld. Dostojewskis letzter großer Roman – ein Meisterwerk der russischen Literatur. Nikol Verlag
Geschichten aus 1001 Nacht (15.10.2026)
Lassen Sie sich von der mutigen Erzählerin mitreißen und entdecken Sie die vollständige Rahmenerzählung von Schahrasad und Schahriyar, das lang verschollen geglaubte Ende der wohl berühmtesten Erzählsammlung der Weltliteratur und eine Auswahl der schönsten und abenteuerlichsten Geschichten aus 1001 Nacht – in der originalgetreuen, fesselnden Übersetzung von Claudia Ott.
Detailverliebt illustriert, mit Goldschnitt, Leseband und besonderen Beilagen, die sich zwischen den Buchseiten verstecken, ist diese Ausgabe ein wahrer Geschichtenschatz für Erwachsene und ein Zeuge der faszinierenden und überzeitlichen Macht des Erzählens. Ein wundervolles Geschenk nicht nur für Buchliebhaber und Sammler besonderer Ausgaben! Coppenrath
Iwan Turgenjew – Väter und Söhne (15.10.2026)
Der Roman erzählt die Geschichte des jungen Studenten Arkadi Kirsanow und seines Freundes Basarow, der als überzeugter Nihilist alle traditionellen Werte, Autoritäten und gesellschaftlichen Normen ablehnt. Als Arkadi in sein Elternhaus zurückkehrt, prallen die Generationen aufeinander: Die ältere Generation steht für Tradition, während Basarow radikal den Fortschritt und die Wissenschaft vertritt. Im Verlauf der Handlung gerät Basarows Weltbild ins Wanken, vor allem durch seine unerwarteten Gefühle für Anna Odinzowa. Nikol Verlag
Ernest-Aimé Feydeau – Fanny (21.10.2026)
Der Roman »Fanny« von 1858 – hier in der Übersetzung Alfred Wolfensteins von 1911 neu aufgelegt – begründet den literarischen Erfolg des Schriftstellers Ernest-Aimé Feydeau (1821–1873). Darin beschreibt er mit großer Beobachtungsgabe, mit scharfem, realistischem Blick die französische Oberschicht und ihre Dekadenz, wobei er nicht davor zurückschreckt, auch intimste Momente einer Ménage-à-trois zu schildern.
Insbesondere die Balkonszene, in der Fanny sich dem betrogenen Gatten anbietet, treibt den getäuschten Geliebten in taumelnde Raserei, in der dieser versucht, Selbstmord zu begehen, was allerdings misslingt. Er zieht sich in ein einsames Haus am Meer zurück und schreibt sich seinen Seelenschmerz infolge der verlorenen Liebe von der Seele. Feydeau kommen Zweifel, ob er die Realistik derartiger Szenen einer Dreiecksbeziehung dem Lesepublikum zumuten kann und darf. Er hat Sorgen wegen eines handfesten Skandals.
Diese Skrupel teilt er dem Kollegen und Freund Gustave Flaubert mit, die in die Frage nach einer generellen Veröffentlichung münden. Flaubert fordert die Drucklegung und droht bei Nichtbefolgung gar mit der Aufkündigung ihrer Freundschaft. Feydeau gehorcht und der Roman evoziert den vorhergesagten Eklat. So erweist sich »Fanny« angesichts der literarischen Kühnheit nicht nur als Grundstein von Feydeaus Erfolg, sondern auch als heute noch immer sehr lesenswertes Werk. Büchner Verlag
Fjodor M. Dostojewski – Schuld und Sühne (27.10.2026)
Der mittellose Student Raskolnikow glaubt, moralischen Grenzen überlegen zu sein und den perfekten Mord zu begehen, als er eine gierige alte Pfandleiherin erschlägt. Zwar gilt er schon bald als Hauptverdächtiger, aber es fehlen Beweise und er scheint davonzukommen. Bei allem Kalkül hat er doch mit einem nicht gerechnet: Seine wachsenden Schuldgefühle belasten ihn immer schwerer. Er sehnt sich nach Sühne und Erlösung – und nach der jungen, unschuldigen Sonja.
In Schuld und Sühne entfaltet Dostojewski ein atemberaubendes Spiel aus psychologischer Spannung und philosophischer Tiefe. Insel Verlag
Daphne du Maurier – Rebecca (27.10.2026)
In einem Hotel an der Côte d’Azur lernt Maxim de Winter eine junge Frau aus einfachen Verhältnissen kennen. Die beiden verlieben sich, und schon nach kurzer Zeit nimmt sie seinen Heiratsantrag an und folgt dem Witwer nach Cornwall auf seinen prachtvollen Landsitz Manderley. Doch das Glück der Frischvermählten währt nicht lange: Der Geist von Maxims toter Ehefrau Rebecca ist allgegenwärtig, und die ihr ergebene Haushälterin macht der neuen Herrin das Leben zur Hölle und droht, nicht nur die Liebe des Paares zu zerstören … Als ein Jahr später plötzlich doch noch Rebeccas Leiche gefunden wird, gerät Maxim de Winter unter Mordverdacht. Insel Verlag
Mark Twain – Tom Sawyers Abenteuer (27.10.2026)
Tom Sawyer treibt sich am liebsten mit seinem besten Freund Huck Finn herum. Die beiden Jungs hecken einen Streich nach dem anderen aus, bis sie eines Nachts auf dem Friedhof des Ortes einen Mord beobachten und in ein gefährliches Abenteuer um einen versteckten Schatz geraten. Zwischen Piratenspielen, erster Liebe und dem Wunsch nach grenzenloser Freiheit muss Tom lernen, Verantwortung zu übernehmen und für das Richtige einzustehen.
Mark Twain verbindet Humor, Spannung und feine Gesellschaftsbeobachtung zu einem zeitlosen Roman über Kindheit, Freundschaft und den Mut, die eigene Stimme zu finden. Insel Verlag
Mark Twain – Abenteuer von Huckleberry Finn (27.10.2026)
Mark Twain schickt Huckleberry Finn auf sein größtes Abenteuer und erzählt eine fesselnde Geschichte zweier ungleicher Freunde auf der Flucht: Der rebellische Huck Finn läuft vor seinem brutalen Vater davon, und der aufrichtige, versklavte Jim möchte endlich sein eigener Herr sein. Verfolgt von Hucks Vater und skrupellosen Sklavenjägern steuern die beiden auf einem selbstgebauten Floß gemeinsam den Mississippi hinunter und treffen auf ihrer turbulenten und gefährlichen Reise in die Freiheit auch Tom Sawyer wieder.
Unter nächtlichen Sternenhimmeln und mit feinem Humor erzählt Mark Twain von Menschlichkeit und Freundschaft. Insel Verlag
Jean-Jacques Rousseau – Bekenntnisse (29.10.2026)
Jean-Jacques Rousseaus Bekenntnisse sind ein einzigartiges Selbstporträt – und ein literarischer Tabubruch. Zum ersten Mal erhebt ein Autor sein eigenes Leben, mit all seinen Widersprüchen, Verfehlungen und Leidenschaften, zum Gegenstand schonungsloser Analyse. Rousseau erzählt von seiner Kindheit in Genf, von rastlosen Wanderjahren, prekären Abhängigkeiten und gesellschaftlichem Aufstieg ebenso wie von Demütigungen, paranoiden Ängsten und moralischem Versagen.
Mit radikaler Offenheit berichtet er von verbotenen Begierden, von Schuldgefühlen und Selbstrechtfertigungen, von Freundschaften, die in Feindschaft umschlagen, und von einem Denken, das ihn zunehmend isoliert. Dabei geht es ihm nicht um Beichte im religiösen Sinn, sondern um Wahrhaftigkeit: Er will »einen Menschen in der ganzen Wahrheit der Natur« zeigen – sich selbst. Matthes & Seitz
November 2026
Jean Bart – Geschichten aus dem Donaudelta (01.11.2026)
Die rumänische Donau, das Donaudelta, die Donaumündung in das Schwarze Meer sowie die anliegenden Städte Sulina, Con- stanța, Galați und Brăila sind meistens die Orte, an die uns dieses Buch durch Jean Barts Kurzgeschichten führt. Sulina, das heutzutage als ein eher in Vergessenheit geratener Schatz betrachtet werden kann, wurde 1856 zum Sitz der Europäischen Donaukommission ausgerufen, die die freie Schifffahrt auf Europas zweitgrößtem Fluss sicherstellen sollte.
Innerhalb weniger Jahre siedelten sich hier verschiedene Nationalitäten an, und der Freihafen bekam regen Zulauf aus aller Welt. Somit war Sulina im 19. Jahrhundert eine multikulturelle Stadt mit griechischen, türkischen, russischen, armenischen, jüdischen und rumänischen Gemeinden. Die Umgebung von Sulina ist geprägt von einer einzigartigen Flora und Fauna. Das Donaudelta ist ein Paradies für Vogelbeobachter und Heimat zahlreicher seltener Arten. In seinen Kurzgeschichten greift Jean Bart das Zusammenleben zwischen Menschen und Natur auf. danube books Verlag
Lucy Maud Montgomery – Anne in Avonlea (11.11.2026)
Die rothaarige Anne mit der regen Fantasie wird langsam erwachsen und arbeitet in Avonlea als Lehrerin. In ihrer quirligen Klasse ist immer etwas los, und auch auf Green Gables wird es nicht langweilig. Dafür sorgen die Adoptiv-Zwillinge Davy und Dora und all die kauzigen Leute aus der Nachbarschaft. Dieses Buch über Annes Teenagerjahre schließt an die hinreißend erzählten Kindheitsjahre des vielgelesenen Mädchenbuch-Klassikers »Anne auf Green Gables« an. Anaconda Verlag
Jorge Luise Borges – Labyrinthe (12.11.2026)
Der Erzähler, Essayist, Kritiker, Bibliothekar und Gelehrte Jorge Luise Borges hat seine schriftstellerische Karriere als Dichter begonnen. Er publizierte seine Gedichte schon in jungen Jahren in argentinischen Zeitschriften und blieb der Poesie ein Leben lang treu: »Die Dichtung ist ein mysteriöses Schachspiel, dessen Brett und dessen Figuren sich wie in einem Traum verändern und über das ich mich beugen werde, nachdem ich gestorben bin.«
Dieser Band enthält erstmals sämtliche Gedichte: das Frühwerk, über das Borges selbst sagte, es umfasse bereits alle Themen und Perspektiven; die Lyrik der sechziger Jahre, jene Zeit, als Borges vom Avantgardisten zum modernen Klassiker der lateinamerikanischen Literatur aufstieg; bis hin zu den späten Texten der siebziger und achtziger Jahre, in denen Borges im Umgang mit Inhalt und Form eine neue Virtuosität erreichte. Kampa Verlag
Patrick O’Brian – Gefahr im Roten Meer (12.11.2026)
Kapitän Jack Aubrey ist nicht in bester Stimmung. Seit Wochen sitzt er auf Malta fest und wartet auf die Reparatur seiner Schiffe Worcester und Sur-prise. Während er über seine ungewisse Karriere bei der Marine nachdenkt, wird sein Freund und Schiffsarzt Stephen Maturin als Geheimagent tätig, denn auf Malta wimmelt es von Spionen Napoleons. Plötzlich stehen beide wieder im Mittelpunkt des politischen Geschehens.
Ihr geheimer Auftrag von der britischen Admiralität: Sie sollen den Franzosen zuvorkommen und den Marinestützpunkt Mubara im Roten Meer besetzen. Doch während Aubrey vor dem Zielpunkt kreuzt, nimmt seine Mission eine unerwartete Wende – er wird beschossen. Aubrey und Maturin überkommt ein schrecklicher Verdacht: Jemand aus den eigenen Reihen muss sie hintergangen haben – und die Suche nach dem Verräter beginnt … Kampa Verlag
Robert E. Howard – Conan: Die illustrierte Gesamtausgabe (18.11.2026)
Alle Conan-Geschichten von Robert E. Howard: der Fantasy-Klassiker in neuer Übersetzung und mit über 200 Illustrationen. // Conan ist einer der bekanntesten Fantasyhelden überhaupt – ein Schwertkämpfer, der sich seinen Weg durch die Länder des Hyborische Zeitalters bahnt und dabei skrupellosen Zauberern, tödlichen Kreaturen und mächtigen Kriegern gegenübersteht.
In einer nur zwölf Jahre währenden Karriere, die mit seinem tragischen Selbstmord endete, erfand Robert E. Howard mit Conan das Genre, das später als »Sword and Sorcery« bekannt wurde und Generationen von Autoren und Autorinnen prägte. In diesem reich illustrierten Band sind alle 21 Conan-Geschichten in neuer Übersetzung versammelt. Ergänzt werden die Stories durch einen biographischen Essay zur Entstehungsgeschichte sowie ein Nachwort von Daniel Illger. Fischer TOR
Olha Kobyljanska – Zariwna – Tagebuch eines Fräuleins aus der Bukowina (18.11.2026)
Olha Kobyljanska erfindet die emanzipierte Frau in der ukrainischen Literatur. Sie gehört zu den bekanntesten Schriftstellerinnen ihrer Generation in ihrem Land. Die Bukowina, Ende des 19. Jahrhunderts: Natalka, Vollwaise, wächst bei ihrem Onkel auf ― in einer Welt, in der für Frauen nur Gehorsam, Hausarbeit und eine günstige Heirat zählen. Sie liest, sie denkt, sie fühlt anders. Als ein unerwünschter Heiratsantrag sie bedrängt, bricht sie in die Landeshauptstad Czernowitz auf – und damit in eine andere Zukunft.
»Zariwna« (übersetzt: Zarentocher oder Prinzessin; 1893) gehört zu den ersten feministischen Romanen der ukrainischen Literatur und ist zugleich ein eindrucksvolles Zeugnis der multikulturellen habsburgischen Bukowina, in der Ukrainisch, Deutsch und Rumänisch aufeinandertrafen. Mit scharfer Beobachtungsgabe und psychologischem Gespür erzählt Olha Kobyljanska von einer Frau, die sich weigert, das ihr zugedachte Leben zu führen. Mehr als hundert Jahre nach seinem Erscheinen sind die Fragen nach sozialer, kultureller und individueller Emanzipation, die der Roman aufwirft, noch immer aktuell. Wallstein Verlag
Mychajlo Kozjubynskyj – Auf dem Felsen (18.11.2026)
Mit impressionistischem Blick zeichnet Mychajlo Kozjubynskyj Menschen zwischen Traum und Alltag und führt mit seinen Erzählungen von den Karpaten bis zur Krym. Mychajlo Kozjubynskyj gilt als einer der großen, aber weitgehend Unbekannten der europäischen Moderne. Seine Novellen und Erzählungen führen in die Karpaten und auf die Krym, in eine Welt, die zwischen Jahrhundertwende und Umbruch schwebt. Mit impressionistischer Genauigkeit zeichnet er Menschen in ihrem Alltag, eingebunden in Gemeinschaften, geprägt von Kulturen, getrieben von Erwartungen und Träumen. Kein Detail entgeht ihm – weder das Licht auf einem Berghang noch der Geruch in einem Kaffeehaus, kein Derwischtanz und kein verschwiegener Blick entzieht sich ihm.
In den Krym-Novellen schildert Kozjubynskyj das Leben der Krymtataren, das er während seiner Tätigkeit als Verwaltungsbeamter in der Region beobachten konnte. In den Karpaten begegnete er dem Bergvolk der Huzulen, deren Legenden und soziale Praktiken er in dem Roman »Schatten der vergessenen Ahnen« verewigte – einem Werk, das Sergei Paradschanow zu einem grandiosen Film inspirierte, der im deutschsprachigen Raum auch unter dem Titel »Feuerpferde« bekannt wurde. Kozjubynskyj schrieb sein Leben lang gegen die Zeit: aufgerieben zwischen künstlerischem Drang und der Pflicht, den Lebensunterhalt für seine Familie zu sichern. Was er hinterließ, ist von einer sinnlichen Dichte, die ihresgleichen sucht. Wallstein Verlag
Lewis Carroll – Alice (24.11.2026)
Mit dem sprechenden Weißen Kaninchen fängt alles an. Unversehens und kopfüber landet Alice im Wunderland, wo höchst merkwürdige Dinge geschehen. Sie trinkt Tee mit dem verrückten Hutmacher, trifft Spielkarten, die zum Leben erweckt worden sind, und muss ein Duell der besonderen Art gegen die böse Herzkönigin austragen.
Auf ihrer zweiten Reise landet Alice hinter den Spiegeln in einer bunten und verdrehten Traumlandschaft. Auch hier scheint jede Logik auf den Kopf gestellt. Alice nimmt an einer sonderbaren Schachpartie mit lebendigen Figuren teil, an deren Ende sie als Königin gefeiert wird. Insel Verlag
Dezember 2026
Jeremias Gotthelf – Zeitgeist und Berner Geist (06.12.2026)
Was ist der Berner Geist, was der Zeitgeist? In Küchliwyl begegnen sich zwei, die diese Maximen wie keine anderen verkörpern. Da ist der Bauer Ankebenz, der mit seiner Familie ein bodenständiges Leben führt. Der Bauer Hunghans dagegen geht lieber zu politischen Versammlungen, als sich um den Hof zu kümmern. Können sie Frieden finden und wie sieht die Zukunft aus? So zeichnet Gotthelf das Bild einer Epoche. Diogenes Verlag
Multatuli – Max Havelaar (08.12.2026)
Der erste Roman, der den Kolonialismus bloßstellte – und dabei literarische Genregrenzen sprengte. Vor einigen Jahren wurde »Max Havelaar« (1860) zum wichtigsten Buch der niederländischen Literatur ernannt. Was »Onkel Toms Hütte« für den Kampf gegen die Sklaverei war, war Multatulis Meisterwerk für die Dekolonialisierung.
Erstmals prangerte eine literarische Stimme die Ausbeutung der einheimischen Bevölkerung in den Kolonien – speziell auf Java – offen an. Auf neuartige Weise verbindet der Autor autobiografische Elemente, politische Anklage und literarische Fiktion, wenn er die Ungerechtigkeiten des ausbeuterischen Systems mit moralischer Empörung, satirischem Witz und erzählerischer Raffinesse schildert. Eine Tour de force der Literatur! Die Andere Bibliothek
Ray Bradbury – Löwenzahnwein (09.12.2026)
Für den zwölfjährigen Douglas Spalding sind die Sommerferien ein einziges Abenteuer. Von seinem Turmzimmer herab blickt er auf die kleine Stadt und fiebert jeden Morgen dem neuen Tag entgegen. Ob er zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder Trauben und Beeren sammelt, oder ob er eine letzte Fahrt mit der Straßenbahn unternimmt, die anschließend ausgemustert wird – das Leben ist voller staunenswerter Überraschungen.
Einsamer Höhepunkt des Sommers ist natürlich das Pflücken des Löwenzahns, aus dem der Großvater nach einem Geheimrezept den sagenumwobenen Wein keltert. Aber das Leben in Green Town hat auch Schattenseiten, wie die Kinder erfahren, als der Tod ihnen einen der liebsten Gefährten raubt … Carcosa Verlag
Jeremias Gotthelf – Geld und Geist (09.12.2026)
Paradiesisch war das Leben auf dem Hofe Liebiwyl. Zumindest bis Christen, den Warnungen seiner Frau Änneli zum Trotz, dem Charme des windigen Dorfschreibers erliegt und diesem das gemeinsame Vermögen anvertraut. Das Geld geht verloren und damit droht auch der Liebe zwischen Christens Sohn Resli und Anne Mareili das Aus. Denn ohne Geld sieht ihr Vater keinen Vorteil in der Heirat. Diogenes Verlag
Simone de Beauvoir- Eine gebrochene Frau (11.12.2026)
Eine Heldin, deren Gelassenheit auf die Probe gestellt wird, als sie erfährt, dass ihr Mann eine Affäre hat. Eine glücklich verheiratete und erfolgreiche Professorin, zunehmend beunruhigt darüber, wie vernarrt ihr Sohn in seine junge Partnerin und ihre weltlichen Werte ist. Eine wohlhabende Frau, die, allein zu Hause in der Silvesternacht, in einer mitreißenden Tirade die Wut und Frustration eines ganzen Lebens herausschreit.
Drei Geschichten, im Mittelpunkt je eine nicht mehr junge Frau, die sich einer unerwarteten Krise gegenübersieht. Und die sehr deutlich preisgibt, was in dieser Welt für sie nicht stimmt. Rowohlt Verlag
Januar 2027
Jules Verne – Reise zum Mittelpunkt der Erde (13.01.2027)
Der Krater des isländischen Sneffels-Vulkans dient Professor Lidenbrock und seinen Gefährten als Eingang ins Innere der Erdkugel. Tief dringen sie vor und stoßen bei ihrer Expedition auf eine labyrinthische Urwelt. Sie passieren Riesenpflanzen, Geysire und kämpfende Dinosaurier und sind tief im Erdinnern selbst vor Stürmen und Kugelblitzen nicht gefeit. Jules Verne ist der Erfinder und ungeschlagene Meister des Science-Fiction-Romans. In seinem Buch hat er eine phantastische Welt geschaffen, von der sich Leser seit vielen Generationen in den Bann ziehen lassen. Anaconda Verlag
João Guimarães Rosa – Großer Sertão: Querungen (27.01.2027)
»Großer Sertão: Querungen« hat die Welthaltigkeit und den epischen Atem der ganz großen Romane. Riobaldo erzählt darin die Geschichte seines Lebens: Kurz vor dem frühen Tod seiner mittellosen Mutter lernt er einen Jungen aus der Oberschicht kennen, der Beginn einer lebenslangen Freundschaft. Sein Pate, ein reicher Fazendeiro, schickt den Waisen zur Schule und macht ihn mit dem Waffendienst vertraut. Riobaldo schließt sich Zé Bebelo an, dem Anführer einer Privatmiliz, die im Dienste der Regierung die Kriege organisierter Banden im Sertão beenden soll.
Bald trifft Riobaldo in den Gefechten seinen Jugendfreund wieder, dem er schicksalhaft verbunden ist. Er erfährt seinen geheimen Namen: Diadorim. In einem labyrinthischen Erzählstrom, waghalsig und spektakulär von Berthold Zilly neuübersetzt, porträtiert João Guimarães Rosa eine Gesellschaft zwischen Gut und Böse, zwischen Hoffnung und Aussichtslosigkeit – deren fester Bestandteil das Verbrechen ist. Fischer Verlag
Was sind eure Buch-Pläne für die kommenden Monate?















































































































Lieber Eugen,
eine hervorragende Übersicht. Im Herbst ist für mich auch wieder einiges dabei. Ich freu mich total auf die schöne Hanser Ausgabe von Gontscharow. Das wird wieder ein Fest. Der mare Klassiker wird natürlich auch wieder gelesen, das sieht vom kleinen Bild einfach schon wieder nach einem wunderschönen Buch aus, das zudem noch inhaltlich exotisch ist. Der Insel-Verlag dreht momentan auch ganz schön auf, mit schönen Ausgaben. Da werde ich die Geschichtensammlung von Maurier mir holen. Leider haben sie wieder die immer gleichen altbekannten Klassiker als Schmuckausgabe gemacht.
Sehr schöne Übersicht, vielen Dank dafür.
Tobi