
Der Unsichtbare
von Auguste Groner
19.11.2021
- Horror
- ·
- Phantastik
Auguste Groner feierte um die vorletzte Jahrhundertwende herum große Erfolge mit ihren Kriminalromanen. In Der Unsichtbare liegen Teile ihres phantastischen Schaffens gesammelt vor.
Geschichten aus einer anderen Zeit
Die titelgebende Geschichte Der Unsichtbare eröffnet ganz eigene Möglichkeiten der Rache. Die kalte Hand bringt Unerwartetes zum Vorschein. In Das ewige Licht setzt sich ein Seemann zur Ruhe und erlebt noch ein letztes unheimliches Abenteuer. Und in Der Hampelmann findet ein geiziger Müller seine gerechte Strafe. Die rätselhafte Statue stellt mit beinahe siebzig Seiten die längste Geschichte dar. Die tickende Uhr wird zum Mittelpunkt eines Kriminalfalls und Die unheimliche Schenke enthüllt die Identität eines geheimnisvollen Besuchers.
Der Lauf der Zeit
Der Unsichtbare enthält sieben Kurzgeschichten, die zwischen 1892 und 1925 veröffentlicht wurden. Auch wenn sie alles andere als unheimlich sind, haben sie durchaus ihren Reiz. Die Leserschaft hatte ein Verständnis von Literatur und übernatürlichen Phänomenen, das sich grundlegend von unserem unterscheidet. Heutzutage würden die meisten Geschichten nicht mehr als Horrorliteratur durchgehen.
Wenn man die Texte zudem mit zeitgleich erschienenen Werken von Autoren wie H. P. Lovecraft vergleicht, dann bemerkt man einen Qualitätsunterschied. Kritisch ist der Hinweis der Herausgeber, dass die Texte behutsam modernisiert wurden. Das ist an sich nicht verwerflich, macht aber entsprechende Anmerkungen erforderlich. Diese hat der Verlag jedoch nicht nachgeliefert und so tappen wir als Leser im Dunkeln.
Schöne Ausgabe
Die mir vorliegende Ausgabe stammt aus dem Lindenstruth Verlag. Mit seiner Reihe Bibliotheca Arcana möchte er vergessene phantastische Texte wieder zugänglich machen. Das Buch ist in blauen Leinen mit Goldprägung gebunden. Dafür müssen wir auf ein Leseband verzichten und mit einer Klebebindung vorliebnehmen.
Ein Highlight stellen die Illustrationen dar. Insbesondere die Zeichnungen von Franz Kopallik geben die Handlung exakt wieder und fangen die Stimmung ein. Den Kurzgeschichten ist ein kurzes Vorwort von Gerhard G. Lindenstruth vorangestellt.
Bibliographie
Pro/Contra
Pro
- Schöne Buchgestaltung
- Interessanter Einblick in das damalige Verständnis von Horror-Geschichten
Contra
- Sowohl sprachlich, als auch inhaltlich haben die Geschichten den Lauf der Zeit nicht unbeschadet überstanden
Fazit
Der Unsichtbare von Auguste Groner hat den Lauf der Zeit nicht gut überstanden. Dennoch ist es reizvoll, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Unheimliche Geschichten darf man dabei leider nicht erwarten.
autorin: Auguste Groner
Titel: Der Unsichtbare
Seiten: 164
Erscheinungsdatum: 1892 – 1925
Verlag: Verlag Lindenstruth
ISBN: 9783934273337
Übersetzer: –
illustrator: Franz Kopallik







