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Seite an Seite

von Daniel Gray


14.10.2022

  • Sachbuch

Daniel Grays Seite an Seite stellt eine kurze Sammlung von Essays dar, die sich mit verschiedensten Aspekten des Lesens auseinandersetzten.

50 Liebeserklärungen an das Lesen

Auf rund 175 Seiten finden wir in diesem schmalen Büchlein fünfzig kurze Essays (beinahe schon Anekdoten) zu Themen, die wohl jeden Leser bewusst oder unbewusst schon einmal beschäftigt haben. Ob es nun darum geht, „Bei einer Einladung die Bibliothek des Gastgebers (zu) inspizieren“, „Alte Buchläden“ aufzusuchen, einen Nachmittag lang das eigene Buchregal zu sortieren, „Noch mehr Neuerwerbungen vor seinem Partner (zu) verstecken“, „Einen Prachtband (zu) kaufen, der in kein Regal passt“ oder um das Gefühl der Einsamkeit nach einem beendeten Buch geht – hier wird sich wohl jeder Leser wiederfinden. Neben diesen recht offensichtlichen Themen finden sich auch (zumindest für mich) einige ungewöhnliche Aspekte des Lesens, so bin ich bislang nicht auf die Idee gekommen, im Pub zu lesen oder mich in einem Wörterbuch zu verirren – aber auch solche Anregungen haben ihren Wert.

Der Autor

Von Daniel Gray habe ich vor der Lektüre noch nichts gehört und auch die unvermeidliche Suche mithilfe einer großen Suchmaschine war nicht sehr ergiebig. Neben diesem Band über das Lesen ist er dem Anschein nach vor allem als Autor von historischen Sachbüchern und einigen Werken über einen Sport namens Fußball in Erscheinung getreten, mehr konnte ich über ihn nicht herausfinden. Dass er darüber hinaus ein begeisterter Leser ist, dürfte sich nach der Lektüre von selbst erklären.

Bücher über das Lesen

Bücher über Bücher haben eine feste Tradition in der Buchbranche und regelmäßig erscheinen Werke, die sich mit dem Medium Buch oder dem Lesen auseinandersetzten. Auch wenn ich solche Werke nicht ständig lese, so wandern doch Jahr für Jahr ein oder zwei solcher Werke in mein Regal – so wie es auch bei Seite an Seite der Fall war.

Und was gibt es mehr zu einem solchen Werk zu sagen, als dass meine Erwartungen völlig erfüllt wurden. Gray schafft es, so viele Aspekte des Lesens zu treffen, dass sich jeder Buchliebhaber in den meisten Essays wiederfinden wird. Er beschreibt all die kleinen Macken, die einen Leser ausmachen und erinnert uns daran, warum wir das Lesen und (physische) Bücher lieben.

Die Liebe des Autors ist spürbar

Tiefsinnige Auseinandersetzungen darf man ob der Kürze nicht erwarten, das ist aber auch gar nicht das Ziel dieses Buches. Viel wichtiger ist, dass Gray mit wenigen Worten die Essenz des jeweiligen Themas trifft und den Leser zu eigenen Gedanken und Tagträumen motiviert. Hier diktiert kein Literaturpapst von seiner Kanzel herab und auch kein Ghostwriter, der das schnelle Geld sucht, nein, hier schreibt ein wortgewandter Leser, der das Lesen liebt und andere Leser daran teilhaben lassen möchte – was ihm auch zweifelsohne gelingt.

Wer so eine Art von Lektüre etwas abgewinnen kann, wird von diesem Band nicht enttäuscht werden. Gerade als Urlaubslektüre oder auch in kleinen Häppchen zwischendurch ist diese kleine Essay Sammlung höchst empfehlenswert!

Ein gewöhnliches Hardcover

Seite an Seite ist im Oktopus Verlag erschienen, einem Imprint des Kampa Verlages. Rein äußerlich handelt es sich um ein gewöhnliches kleines Hardcover mit Klebebindung, dass weder positiv noch negativ auffällt und genau das bietet, das man für diesen Preis auch erwarten kann.

Pro/Contra

Pro
  • ein wundervolles Buch über die Liebe zum Lesen
  • zum immer wieder Lesen
  • eignet sich perfekt als Geschenk für Buchliebhaber
Contra
  • tiefsinnige und ausführliche Essays darf man nicht erwarten

Fazit


Seite an Seite ist eine kurzweilige und gelungene Sammlung von Essays über die Liebe zum Lesen, die sich auch perfekt als Geschenk eignet!

autor: Daniel Gray

Titel: Seite an Seite

Seiten: 175

Erscheinungsdatum: 2017

Verlag: Oktopus Verlag

ISBN: 9783311300038

übersetzer: Georg Deggerich

illustrator: –

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