Bücherbrief II/2024
02.07.2024
- Magazin
Kaum zu glauben, aber mittlerweile haben wir bereits die zweite erste Hälfte des Jahres hinter uns gebracht. Damit ist auch an der Zeit, einen kurzen Rückblick auf das zweite Quartal des Jahres 2024 zu wagen.
Intern
Nachdem ich bereits ziemlich ausgelaugt in das Jahr gestartet bin und auch danach eine sehr stressige Phase hatte, habe ich mir in den letzten Wochen eine bitternotwendige Erholungsphase gegönnt. Damit einher ging auch ein stellenweise sehr unregelmäßiger Veröffentlichungsrhythmus. Mittlerweile bin ich wieder im Vollbesitz meiner Kräfte und hoffe, nach und nach einige aufgeschobene Pläne auf diesem Blog realisieren zu können.
In den letzten Wochen habe ich mir bereits das Design vorgenommen und unter anderem an der Schriftgröße und der optischen Einheitlichkeit der einzelnen Rezensionen gearbeitet. Der Fließtext in den Rezensionen wurde ein Stück weit vergrößert, der Textkörper minimal schmaler. So erhoffe ich mir eine bessere Lesbarkeit der Texte. Auch sonst werden aufmerksamen Lesern kleine Veränderungen aufgefallen sein, etwa die optisch aufpolierten neuen Tabellen oder kleine Änderungen auf der Startseite.
Die Übersichtsseiten mit umfangreicheren Suchfunktionen sind momentan hingegen eine einzige Baustelle. Das vorher von mir genutzte Plugin hat sich nicht mit meinem Theme vertragen und das Design musste nach jedem kleinen Update sehr umständlich angepasst werden – Zeit, die ich nicht immer wieder aufbringen will und kann. Ich arbeite immer wieder an einer neuen Lösung, aber realistisch betrachtet werde ich vor Ende des Jahres 2024 keine optisch ansprechende Lösung präsentieren können. Bis dahin muss ich leider auf die alphabetische Auflistung oder die Aufteilung nach verschiedenen Genres verweisen.
Dafür stehe ich bei einem anderen kleinen Nebenprojekt überraschend wohl kurz vor dem Durchbruch und hoffe, noch vor Ende des Jahres davon berichten zu dürfen.
Ansonsten hinterfrage ich (wie so oft) meine Herangehensweise an das Schreiben von Rezensionen. Man sollte meinen, dass ich nach über 150 veröffentlichten Rezensionen meinen eigenen Stil gefunden habe – aber dem ist nicht so. Schreibe ich zu lange Rezensionen, dann sinken die Zugriffszahlen in der Regel dramatisch. Schreibe ich zu kurze Rezensionen, bin ich selbst nicht zufrieden. Einerseits möchte ich keine potentiellen Leser vergraulen und vermeide Spoiler so gut es geht. Andererseits fällt es mir so schwer, meine Begeisterung für ein Werk auszudrücken, ohne auf hohle Phrasen zurückgreifen zu müssen. Aber ich schätze, so lange ich solche Probleme habe, geht es mir ganz gut …
Rückblick
Im zweiten Quartal dieses Jahres erschienen insgesamt zehn Rezensionen, von denen sich der größte Teil dieses Mal phantastischen Genres zuordnen lässt. Rückblickend betrachtet handelt es sich um aus Lesersicht sehr erfreuliche drei Monate – selbst meine am strengsten bewerteten Romane stellen immer noch gehobenes Mittelmaß dar.
Umso schwerer fällt es mir, bestimmte Highlights hervorzuheben. Dazu gehören aber ohne Frage Becky Chambers hoffnungsfroher Lichtblick Ein Psalm für die wild Schweifenden und Ernest Hemingways bewegender Anti-Kriegsroman In einem anderen Land. Kazuo Koike und Goseki Kojima setzen ihren Manga-Klassiker Lone Wolf & Cub eindrucksvoll fort und schaffen es auch im fünften Band, der Reihe zu neuen Höhen zu verhelfen.
Dies spiegelt sich auch weitestgehend in den Besucherzahlen wider. Insbesondere die Lone Wolf & Cub Rezensionen scheinen relativ viele Leser zu finden, möglicherweise spreche ich damit auch eine Leserschaft an, die sich sonst eher seltener auf diesen Blog verliert. Überraschend hoch ist auch das Interesse am erst vor wenigen Wochen veröffentlichten Auf der Suche von Theodor Fontane – auch hier gibt es recht früh relativ viele Seitenaufrufe.
Ausblick
Momentan lasse ich mich von Buch zu Buch treiben und kann damit keinen genauen Ausblick auf das kommende Quartal liefern. Tatsächlich lese ich momentan auch sehr viele Kurzgeschichten aus verschiedenen Bänden, die sich einfach nicht für das hier verfolgte Rezensionsformat eignen.
Im Sommer werde ich jedenfalls wieder eine kleine Pause einlegen, den genauen Zeitpunkt habe ich allerdings noch nicht festgelegt – wahrscheinlich werde ich mich aber Mitte/Ende des kommenden Quartals für wenige Wochen von euch verabschieden. Bis dahin könnt ihr euch aber auf Rezensionen zu Werken von Mercé Rodoreda, Fjodor M. Dostojewski und John Steinbeck freuen.
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit! Das war mein Rückblick auf das zweite Quartal 2024, der nächste wird voraussichtlich am 1. Oktober 2024 erscheinen. Den letzten Rückblick findest du hier.
„Aber ich schätze, so lange ich solche Probleme habe, geht es mir ganz gut …“ Das ist ja mal eine realistische und nüchterne Einschätzung. 😀 Trotzdem darf man sich ruhig aufgewühlt fühlen, wenn nicht so viel Zeit bleibt für die Hobbys, die einem so ans Herz gehen. Oder wenn es irgendwo hakt. Neulich hatte mein Hoster Probleme und ein Update eines Plugins hat mir Layouting-Optionen genommen. Vielleicht hätte ich das nicht so schwer genommen, wenn es mir das Bloggen nicht direkt an zwei Wochenenden aufeinander vermiest hätte…
BTW das mit den langen Artikeln und sinkenden Leser:innen-Zahlen kenne ich leider auch ganz gut.
Ich habe in der ersten Jahreshälfte mit Freude mitgelesen und bin gespannt auf alles, was hier noch kommt.
Mein Ziel ist es, durch den Blog keinen zusätzlichen Stress entstehen zu lassen, schließlich ist das normale Leben schon kompliziert genug. Aber ganz vermeiden kann man es leider nicht, gerade wenn es sich zu einem Herzensprojekt entwickelt.
Ich kann dich nur zu gut verstehen, die endlosen Stunden der Fehlerbehebung kriegt niemand mit und gibt einem niemand zurück! Jetzt gerade (Sonntag früh) beschäftige ich mich beispielsweise damit, warum neue Kommentare nicht mehr angezeigt werden – aber wie gesagt, so lange es nur solche Probleme sind … 😅
Und vielen Dank, das kann ich nur zurückgeben! 🙂
Lieber Eugen,
Ich lese Deine persönlichen Rückblicke immer sehr gern, weil sie mir zeigen, was alles hinter einem sauber präsentierten Bücherblog steht, und worüber man sich als Buchblogger so alles seine Gedanken macht. Zwar stehen mir für meinen eigenen Blog keine Analyseprogramme zur Verfügung – wer sich bei mir wie lange auf welcher Seite aufhält, entzieht sich meiner Kenntnis -, und so schreibe ich sozusagen ins Blaue hinaus. Ich muss mich auch nicht um die Kompatibilität von Plugins oder Suchfunktionen kümmern. Was mich aber ebenso beschäftigt, ist die Qualität meiner Beiträge. Es dauert jedesmal ein paar Stunden bis zu einer Veröffentlichung.
Das mit der Länge ist so eine Sache. Ich weiss, meine Beiträge sind zu lang. Vermutlich schreckt das viele Leser ab. Vor jeder Rezension überlege ich mir, ob ich mich diesmal nicht doch etwas kürzer fassen soll. Aber ich schaffe es nicht, und ich möchte mich nicht einschränken. Was ich damit sagen will: lass Dich nicht von statistischen Auswertungen beeinflussen. Ich finde, dass Du Deinen Schreibstil sehr wohl gefunden hast und nicht ändern musst, und dass Du Deine Begeisterung für ein Werk auch ohne hohle Phrasen sehr schön zum Ausdruck bringst. Bleib bei Deiner Ausführlichkeit. Wenn den Leuten die Zeit fehlt, ein paar Zeilen mehr zu lesen, ist das zwar schade, aber es zeigt nur die Unrast der heutigen Zeit. Das darf auf unseren Output keinen Einfluss haben. Am Ende des Tages müssen wir mit unserem Blog selbst zufrieden sein. Ein bisschen schreiben wir ja auch für uns selbst.
Und was ich immer wieder feststelle: die meisten Leser können sich nicht dazu motivieren, die Kommentarfunktion zu benutzen. Dabei wäre es so einfach, ein paar Worte dazulassen, und es ist für uns die einzige Möglichkeit zu erfahren, ob und wie ein Beitrag ankommt. So, nun bin ich gespannt auf Deinen Bericht über Dein Nebenprojekt, dass Du erwähnt hast. In der Zwischenzeit wünsche ich Dir einen sommerlichen Sommer. Ich freue mich auf Deine Beträge zu den Werken von Dostojewski und Steinbeck.
Liebe Grüsse
Hallo Michael,
Mal wieder vielen Dank für deine lieben Worte, ich kann vieles nur zurückgeben!
Das eigene Blogschaffen und die Außenwelt stehen oft in einem Spannungsverhältnis. Einerseits hast du völlig Recht damit, dass die Qualität an erster Stelle stehen sollte. Gleichzeitig schreibst du auch völlig richtig, dass eine ausführliche Rezension viele wertvolle Stunden kosten kann. Bei einer begrenzten Anzahl an Stunden muss man also entweder die Anzahl der eigenen Rezensionen reduzieren oder Abstriche in der eigenen Arbeit akzeptieren, sei es durch einen verringerten Umfang oder das Akzeptieren sprachlicher Unzulänglichkeiten (Muss ich beispielsweise zehn Minuten an der Formulierung eines Satzes sitzen oder akzeptiere ich einfach die drittbeste Lösung, die mir innerhalb der ersten Minute einfällt?).
So sehr ich wünschte, dir vollumfänglich zustimmen zu können – ich kann mich nicht davon frei machen, dass ich ((auch) (viele)) Leser erreichen möchte. Natürlich freue ich mich über jede Leserin, die sich eine Rezension zu Verbrechen und Strafe in aller Ausführlichkeit zu Gemüte führt – meine weitestgehend anonymisierten und damit nur bruchstückhaft vorhandenen Daten bestätigen mir die Existenz solcher Leser! – aber davon gibt es an guten Monaten „nur“ eine dreistellige Anzahl, der überwiegende Teil schaltet ab einer gewissen Textlänge ab.
Und so sehr wir uns (zurecht) über schwindende Aufmerksamkeitsspannen aufregen können – ich jedenfalls kann nichts daran ändern. Ich kann aber meine Beiträge möglichst leserfreundlich gestalten, sodass ich zumindest die Leser anspreche, die noch nicht völlig in der Aufmerksamkeitsfalle gefangen sind. Und die Zahlen sprechen da für sich. Durch Haken wie Pro/Contra-Boxen, bewegliche Inhaltsverzeichnisse, verschiedene Zwischenüberschriften und auch kürzere Texte (iSv deutlich unter 10.000 Zeichen) haben sich überhaupt erst nennenswert viele Leser auf diesem Blog gehalten. Und möglicherweise leiste ich damit auch einen kleinen bescheidenen Mini-Beitrag im Kampf um unsere Aufmerksamkeit. Das ist natürlich alles andere als konsequent. Würde es mir nur um Reichweite und möglichst wenig Aufwand pro Buch gehen, dann wären Plattformen wie TikTok oder Instagram deutlich sinnvoller.
Das mit den Kommentaren verstehe ich sehr gut – von beiden Seiten aus. Ich freue mich über jedes Feedback, bin aber auch einer von den Kandidaten, die (überwiegend) aus Zeitgründen nur selten kommentieren. Aus diesem Umstand sind beispielsweise auch die Literatur Links entstanden.
Liebe Grüße,
Eugen
Das mit den Zwischenüberschriften hat was. Ich überlege mir, ob ich solche bei meinen Beiträgen nachträglich auch einbauen will. Sie lockern den Text auf und heben die Kernaussage des nachfolgenden Abschnitts hervor. Und sie wecken Neugier. Da würde zwar etwas Arbeit auf mich zukommen, aber ich denke, es lohnt sich. Und danke übrigens auch für deine ausführlichen Gedanken und Anmerkungen.
Lieber Eugen,
danke für Deine stets erhellenden Erläuterungen. Dein Beginn des Bücherbriefs II/2024 hat mich jedoch leicht aufgeschreckt – nein, wir befinden uns noch nicht zwischen Weihnachten und Neujahr stellte ich beim Blick auf den Kalender beruhigt fest. Dein erster Satz lautet nämlich: „Kaum zu glauben, aber mittlerweile haben wir bereits die zweite Hälfte des Jahres hinter uns gebracht.“ Und das am 02. Juli…
Aber möglicherweise hattest Du die Aussage ganz anders gemeint.
Ganz schön flotte Grüße
Jean Fritz
Hallo Jean Fritz,
Nichts läge mir ferner, als mit dem geschriebenen Wort Unruhe zu verbreiten – danke für deinen Hinweis, ich habe es gleich korrigiert! Da konnte ich mich wohl zwischen zwei Varianten nicht entscheiden 😅